Konjunktur: Frühjahrsaufschwung belebt Arbeitsmarkt

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Konjunktur: Frühjahrsaufschwung belebt Arbeitsmarkt

Im Frühjahr erwacht auch der Arbeitsmarkt aus seiner Winterstarre. Allerdings rechnen Experten für den April mit einem vergleichsweise schwachen Rückgang - denn die Konjunktur schwächelt.

Nach dem ungewöhnlich langen Winter belebt der Frühjahrsaufschwung den Arbeitsmarkt inzwischen spürbar. Dennoch erwarten Volkswirte, dass die Zahl der Erwerbslosen im April vergleichsweise wenig um rund 75.000 auf 3,02 Millionen zurückgegangen ist. Der Abbau sei zudem ausschließlich darauf zurückzuführen, dass in den sogenannten Außenberufen auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in Gärtnereien jetzt wieder gearbeitet werden könne. Denn bereinigt um saisonale Faktoren nahm die Arbeitslosigkeit erneut leicht zu, wie die Umfrage der Nachrichtenagentur dpa unter Volkswirten großer Banken ergab. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag bekanntgeben.
„Die Konjunktur schiebt immer weniger“, kommentierte Commerzbank-Analyst Eckart Tuchtfeld die seit Monaten andauernde Seitwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt. Rolf Schneider von der Allianz ergänzte mit Blick auf die erneute Eintrübung des Ifo-Index sowie anderer Frühindikatoren: „Wir haben zuletzt leider Informationen von der Konjunkturseite, die nicht ganz so erfreulich sind.“ Nach dem rückläufigen vierten Quartal des vergangenen Jahres sei „der große konjunkturelle Durchbruch“ bislang offensichtlich noch nicht erfolgt, weshalb sich die Unternehmen mit Einstellungen weiter zurückhielten.

GfK-Studie Verbraucherstimmung hellt sich weiter auf

Schuldenkrise und Finanzmarktturbulenzen sind in den vergangenen Wochen leicht in den Hintergrund gerückt. Die Verbraucher blicken auch deshalb mit mehr Zuversicht auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Quelle: dpa

Das sieht auch die Bundesagentur so. Der von der Nürnberger Behörde monatlich ermittelte Stellenindex BA-X ging im April um 6 auf 147 Punkte zurück. „Diese schwindende Dynamik dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass sich die Unternehmen angesichts fortdauernder Konjunkturrisiken bei zusätzlichen Neueinstellungen zurückhaltender zeigen als beispielsweise noch 2010 oder 2011“, kommentierte die BA. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verlor der Indikator 23 Punkte.
Seit gut einem Jahr lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften nun bereits nach - im langjährigen Vergleich ist das Niveau aber immer noch hoch. Vor allem die Zeitarbeit hat weiter einen großen Bedarf an Mitarbeitern. Auch im Groß- und Einzelhandel, in der Bauinstallation, im Gesundheits- und Sozialwesen, im öffentlichen Dienst sowie in der Gastronomie werden neue Kollegen gesucht, berichtete die BA.

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In einigen Monaten könnte der gesamte Arbeitsmarkt wieder anziehen. So erwartet Alexander Koch von der HypoVereinsbank, dass im Laufe des Jahres eine breite konjunkturelle Erholung eintritt. Entsprechend rechnet er ebenso wie seine Kollegen der anderen Banken mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit in der zweiten Jahreshälfte. Bis dahin werde die Stagnation auf dem Arbeitsmarkt anhalten - wohlgemerkt noch immer auf einem historisch niedrigen Niveau.

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