Konjunktur: Ifo-Geschäftsklima: Die Stimmung in der Wirtschaft wird schlechter

Konjunktur: Ifo-Geschäftsklima: Die Stimmung in der Wirtschaft wird schlechter

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Container-Umschlag im Hamburger Hafen

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni wegen der rekordhohen Ölpreise unerwartet deutlich eingetrübt.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 103,5 Zählern im Mai auf 101,3 Punkte, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Dezember 2005.

Befragte 51 Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers auf 102,3 Punkte gerechnet. „Die stark gestiegenen Ölpreise belasten offensichtlich zunehmend die deutsche Wirtschaft“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

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Die 7000 befragten Manager bewerteten sowohl die Geschäftsaussichten als auch die Lage schlechter als noch im Mai. Mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes trübte sich das Klima in allen Branchen ein. So rechnet die Industrie mit einer sinkenden Nachfrage aus dem Ausland. „Trotz des starken Euro befürchten sie aber keinen Einbruch des Exports“, sagte Sinn. Es dürften aber weniger neue Stellen geschaffen werden.

Kaufkraft leidet

Auch im Groß- und Einzelhandel ist die Stimmung gedämpft. Die starke Teuerung belaste die Kaufkraft der Verbraucher. Die Konsumenten ächzten ebenso wie die Unternehmen unter den massiven Ölpreis-Steigerungen, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Der Ölpreis drücke die Margen der Firmen und fresse die Lohnerhöhungen an den Tankstellen wieder auf. „Das ist eine starke Belastung, aber es sieht noch nicht nach einer Rezession aus.“

Auch Analysten rechnen nicht mit einer Rezession, also mindestens zwei Quartale in Folge mit einem schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt. Zwar sei fast sicher, dass die Wirtschaftsleistung im Frühjahr sinken werde, sagte Commerzbank-Ökonom Matthias Rubisch: „Eine Rezession erwarten wir aber weiterhin nicht. Die deutschen Unternehmen haben hohe Gewinnmargen und sind nach wie vor wettbewerbsfähig.“

Die Aussichten für die kommenden sechs Monate schätzten die Manager pessimistischer ein. Der entsprechende Teilindex sank auf 94,7 Zähler nach 97,2 Punkten. Der Index für die Lage gab auf 108,3 Punkte nach von 110,1 Punkten im Mai.

Der unerwartet schwache Ifo-Index setzte den Euro und den deutschen Aktienmarkt unter Druck. Der Euro notierte zuletzt bei 1,5512 Dollar, nachdem er kurz zuvor noch bei 1,5560 Dollar gelegen hatte. Der Dax gab seine Gewinne von rund 0,3 Prozent zeitweise fast vollständig ab.

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