Konjunktur in China: Anzeichen für Konjunkturabschwächung mehren sich

Konjunktur in China: Anzeichen für Konjunkturabschwächung mehren sich

In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, China, stehen alle Zeichen auf Konjunkturabschwächung. Experten rechnen nun mit weiteren Maßnahmen zur Wachstumssicherung.

In China kühlt sich die Konjunktur weiter ab. Am Sonntag vorgelegte Daten zu Industrieproduktion und Investitionen fielen schwächer aus als erwartet. Ökonomen rechnen daher mit zusätzlichen Schritten der Regierung zur Stützung des Wachstums. Die schwächere Entwicklung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft sorgt seit Wochen für Druck auf die internationalen Finanzmärkte. Zugleich nährt sie Spekulationen, dass die US-Notenbank (Fed) sich in der neuen Woche noch nicht zu der anstehenden Zinserhöhung entschließt.

"Insgesamt ist die Wirtschaft sehr schwach", sagte Volkswirt Zhou Hao von der Commerzbank. Er rechnet damit, dass das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts im laufenden Quartal erstmals seit der globalen Finanzkrise unter die Marke von sieben Prozent fallen wird. Manche Experten sind der Auffassung, dass die tatsächliche Dynamik noch deutlich geringer ist, als aus den offiziellen Zahlen hervorgeht.

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Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Doch bereits diese sorgen für handfeste Enttäuschungen. So legte die Industrieproduktion im August um 6,1 Prozent zu, während Analysten ein Plus von 6,4 Prozent prognostiziert hatten. Ein gedrosseltes Tempo zeigt sich auch bei den Anlageinvestitionen, die in der Vergangenheit ein entscheidender Wachstumsfaktor waren. Ihr Anstieg war nach Angaben des Statistikbüros in den ersten acht Monaten des Jahres mit 10,9 Prozent ebenfalls niedriger als erwartet. Von Januar bis Juli hatte die Rate noch bei 11,2 Prozent gelegen. "Der Immobiliensektor ist die stärkste Bremse für Chinas Wirtschaft", erläuterte Experte Yu Pingkang vom Wertpapierhändler Huatai Securities. Anziehende Infrastruktur-Investitionen könnten die Abkühlung in diesem Bereich nicht ausgleichen, ergänzte Yu.

Weitere Zinssenkungen erwartet

Die Einzelhandelsumsätze übertrafen mit einem Plus von 10,8 Prozent im August zwar die Erwartungen. Doch aus der Branche kamen zuletzt pessimistischere Signale. So schraubte der Online-Händler Alibaba seine Geschäftsprognose zurück.

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Bereits vergangene Woche hatten Daten zu Außenhandel, Inflation und Autoabsatz die konjunkturelle Verlangsamung untermauert. Vor diesem Hintergrund kündigte die kommunistische Führung ein neues Konjunkturpaket an. Am Sonntag legte sie Details zur Öffnung staatseigener Unternehmen für private Investoren vor. Der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge sollen unter anderem mehr solcher Firmen fit für die Börse gemacht werden. Auch zusätzliche Schritte der Zentralbank werden weithin erwartet. Diese werde weiter die Zinsen senken und den Banken die Kreditvergabe erleichtern, sagte Volkswirt Zhou.

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