Konjunktur in Deutschland: Mehr Schubkraft muss her

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KommentarKonjunktur in Deutschland: Mehr Schubkraft muss her

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Aufschwung statt Krise

von Malte Fischer

Das BIP soll um 1,7 Prozent zulegen, die Arbeitslosigkeit ist niedrig wie lange nicht - alles paletti also in Deutschland? Vorsicht - Deutschlands Zukunftsfähigkeit ist keineswegs gesichert.

Deutschland geht es gut. Das Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr um 1,7 Prozent zulegen, schätzen die fünf Wirtschaftsweisen in ihrem am Mittwoch vorgelegten Jahresgutachten. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie lange nicht mehr, der Staatshaushalt schreibt schwarze Zahlen, und von Inflation ist weit und breit nichts zu spüren.

Alles paletti also im Wirtschaftswunderland Deutschland, könnte man meinen. Doch Vorsicht! Nicht ohne Grund haben die Wirtschaftsweisen ihrem Gutachten den Titel „Zukunftsfähigkeit in den Mittelpunkt“ gegeben. Denn Deutschlands Zukunftsfähigkeit ist keineswegs gesichert.

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Nicht nur die schwelende Euro-Krise und die Immigration gering qualifizierter Menschen stellen das Land vor große Herausforderungen und seinen Wohlstand infrage.

Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigenstunde

Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigenstunde (für eine vergrößerte Ansicht bitte klicken).

Mindestens ebenso gefährlich ist der schon seit Jahren anhaltende Abwärtstrend der Produktivität. Denn diese ist der wichtigste Treiber für den Wohlstand. Sie misst, wie viel Güter und Dienstleistungen wir je Stunde oder je Kopf erzeugen. Nimmt die Produktivität zu, können wir bei gleichem Arbeitseinsatz mehr Güter herstellen oder bei gleicher Gütermenge die Arbeitszeit reduzieren. In beiden Fällen steigt der Wohlstand.

Ob und wie stark die Produktivität zunimmt, hängt von drei Faktoren ab: der Qualifikation der Arbeitskräfte, der Ausstattung mit Maschinen sowie dem technischen Fortschritt. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Wachstum der Arbeitsproduktivität in Deutschland verlangsamt. Betrug die durchschnittliche Wachstumsrate von 1995 bis 2005 noch 1,9 Prozent, so lag sie zwischen 2005 und 2014 mit 0,8 Prozent weniger als halb so hoch (siehe Grafik). Der Einbruch traf sowohl die Industrie als auch den Dienstleistungssektor. Die fünf Weisen führen dies auf mehrere Faktoren zurück.

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