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Konjunktur: Inflationsrate erstmals seit Wiedervereinigung bei null

von rtr/ses

Der Ölpreisrückgang hat die Inflationsrate in Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung auf null gedrückt. Im Vergleich zum Vorjahr blieben die durchschnittlichen Verbraucherpreise im Mai überraschend unverändert.

In den nächsten beiden Quelle: AP
In den nächsten beiden Monaten werden die Preise weiter sinken. Das meinen zumindest die Experten Quelle: AP

Dies teilte das Statistische Bundesamt heute mit. Dies gab es in Westdeutschland zuletzt im Mai 1987. Hintergrund ist die dämpfende Entwicklung der Energiepreise. Von April auf Mai sanken die Kosten für die Lebenshaltung im Schnitt sogar um 0,1 Prozent. Experten gehen davon aus, dass die Jahresteuerung in den nächsten Monaten sogar sinken und im Juli ihren Tiefstand erreichen wird.

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Ab August dürfte die Inflationsrate wieder anziehen. Im Schlepptau der sinkenden Ölpreise bewegt sich die Inflation in Deutschland seit Monaten auf historisch niedrigem Niveau. Im Sommer 2008 erreichte die Jahresteuerung noch ein 15-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent - gleichzeitig notierte der Ölpreis auf seinem Rekordhoch von knapp 150 Dollar. Doch seitdem haben sich Benzin und Diesel deutlich verbilligt, der Preisdruck ließ immer weiter nach und lag im April bei 0,7 Prozent.

Experten: Sinkende Preise kein Zeichen für Deflation

Trotz der rapide sinkenden Inflationsrate sehen Experten nicht die Gefahr eines Preisverfalls auf breiter Front, einer sogenannten Deflation. Dies sei nicht erkennbar, erklärte das Statistische Landesamt in Hessen. Allerdings dürfte die Energie die durchschnittlichen Verbraucherpreise in den nächsten zwei Monaten weiter drücken. „Bis Juli erwarten wir den Tiefststand, dann geht es auch kräftig ins Minus“, betonte auch Commerzbanker Simon Junker.

Die Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate ab August wieder zulegen wird. Trotz einer Erholung bei den Rohstoffpreisen dürfte die Inflation insgesamt aber moderat bleiben, sagte Alexander Koch von Unicredit: „Die Unternehmen werden in der Krise kaum noch Chancen haben, ihre Preise zu erhöhen.“ In mehreren Bundesländern konnten sich die Bürger darüber freuen, dass Heizöl bis zu 44 Prozent günstiger war als vor einem Jahr. Auch Tanken war bis zu rund 18 Prozent billiger, kostete aber im Vergleich zum April in einigen Ländern bis zu vier Prozent mehr.

Wie sehr Energie die Preisentwicklung derzeit prägt, zeigt sich daran, dass die Inflationsrate in mehreren Bundesländern deutlich über einem Prozent liegt, wenn man Heizöl und Kraftstoffe herausrechnet. Nahrungsmittel kosteten im Vergleich zum April 0,2 bis ein Prozent weniger und verbilligten sich binnen Jahresfrist um 0,4 bis rund zwei Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten für Mai mit einer Jahresteuerung von 0,2 Prozent gerechnet und einen Anstieg der Verbraucherpreise zum Vormonat von 0,1 Prozent erwartet.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.06.2009, 15:23 UhrAnonymer Benutzer: Jasmin

    hallo wie ist die derzeitige inflationsquote? bitte sagt mir sofort! habe in 2 std. prüfung!

  • 29.05.2009, 18:29 UhrAnonymer Benutzer: DDR erwache !

    Es ist wie zu Honeckers Zeiten. Man gilt als ungebildet, die öffentlich in den Medien verbreiteten Lügen anzuzweifeln. Ja, ja, "gefühlte inflation" oder "persönliche inflation" sind die Erklärungsmodelle, um die Zweifler lächerlich zu machen.

    Tatsache ist, dass die Geldmenge sehr viel schneller wächst als die Realwirtschaft. Die Differenz ist seit langem um einiges größer als die veröffentlichten Teurungsraten, nämlich 6 bis 8 Prozent, also eine Geldwerthalbierung alle 10 Jahre.

    Man kann über kurze Zeit alle Menschen zum Narren halten und man kann über lange Zeit wenige Menschen zum Narren halten. Aber man kann nicht über lange Zeit alle Menschen zum Narren halten.

  • 28.05.2009, 13:09 UhrAnonymer Benutzer: AJ - Seltsam!?!

    Wir führen in unserer Familie seit ca. 20 Jahren ein Haushaltsbuch. Es ist immer wieder rätselhaft zu sehen, wie sehr sich der "offizielle" Warenkorb von unserem unterscheidet. Seit Jahren steigen Gebühren, Steuern, Strom&Wasser, Preise für Dienstleistungen + Handwerker, öffentliche Verkehrsmittel kontinuierlich an! Die paar Cent weniger für Lebensmittel machen den Kohl nicht fett! Und auch Sprit kostet zur Zeit nur 10 Cent weniger als letztes Jahr. Wir fühlen uns verschaukel!

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