Konjunktur: Ist die Konjunkturwende da?

KommentarKonjunktur: Ist die Konjunkturwende da?

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

Kündigt sich damit also die lang ersehnte Wende an? Waren all die Sorgen vor einer Großen Depression übertriebene Panikmache? WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer geht diesen Fragen in seinem Kommentar nach.

Gerade mal eine Woche ist es her, dass die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für 2009 drastisch auf minus sechs Prozent nach unten geschraubt hat. Doch jetzt, nur wenige Tage später, drehen wichtige Konjunkturindikatoren nach oben als wollten sie die Doomsday-Vorhersagen der Politiker und vieler Analysten Lügen strafen. Gestern meldete das Statistische Bundesamt, dass die Bestellungen in der deutschen Industrie im März um 3,3 Prozent gestiegen sind. Besonders die Aufträge aus dem Ausland legten kräftig zu (plus 5,6 Prozent). Bei den Herstellern von Investitionsgütern kamen sogar 9,1 Prozent mehr Order aus dem Ausland an als im Vormonat.

Passend dazu meldeten die Statistiker heute, dass die Exporte im März um 0,7 Prozent gestiegen seien, das erste Plus seit September vergangenen Jahres. Auch die Daten zur Produktion im Produzierenden Gewerbe bieten eine positive Überraschung. Der Abwärtstrend der Vormonate scheint gestoppt, der Output der Branche hat im März gegenüber Februar stagniert. Das war zwar vor allem der Abwrackprämie zu verdanken, die die Produktion von Autos um 15 Prozent klettern ließ. Und auch das satte Plus in der Bauwirtschaft von 7,6 Prozent haben wir wohl zum Teil den Aufholarbeiten nach dem langen und kalten Winter zu verdanken. Doch selbst bei Berücksichtigung dieser Sonderfaktoren kann nicht geleugnet werden, dass sich die Datenlage zur Konjunktur überraschend gebessert hat.

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Wirtschaft

Kündigt sich damit also die lang ersehnte Wende an? Waren all die Sorgen vor einer Großen Depression übertriebene Panikmache?

Tatsache ist: Die Wirtschaft wird in diesem Jahr so stark schrumpfen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch unter Berücksichtigung der guten Märzdaten wird das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2009 wohl um 3 bis 4 Prozent gesunken sein. Zusammen mit dem Minus aus dem Jahresschlussquartal 2008 ist damit ein Absturz der deutschen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um mindestens 5 Prozent vorgezeichnet.

Doch die Hoffnung, dass sich die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte stabilisiert, wird durch die jüngsten Daten unterfüttert. Ja, es ist sogar  gut  möglich, dass der Aufstieg aus der Talsohle dynamischer wird als die meisten Experten  erwarten. Dafür sprechen mehrere Faktoren.

Erstens: Die Weltkonjunktur scheint sich zu bessern. In China lag der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im April bereits zum zweiten Mal in Folge über der kritischen Marken von 50 Punkten, oberhalb derer er auf Expansion hindeutet. Zwar ist die Wachstumsraten des  Bruttoinlandsprodukts im  Vorjahresvergleich im ersten Quartal 2009 auf 6,1 Prozent gesunken nach 6,8 Prozent im Vorquartal. Doch bereinigt um Saisoneinflüsse hat sich die Wachstumsdynamik gegenüber dem Vorquartal von rund 0,3 auf 1,6 Prozent erhöht.

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