Konjunktur lahmt: S&P stuft Japan herab

Konjunktur lahmt: S&P stuft Japan herab

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Standard & Poor's hat Japan herabgestuft.

Standard & Poor's hat Japans Kreditwürdigkeit auf A+ herabgestuft. Die Bonitätswächter glauben nicht daran, dass das Land schnell aus der Deflation kommt.

Angesichts durchwachsener Konjunkturaussichten hat die Ratingagentur S&P Japans Bonität herabgestuft. Sie senkte die Note am Mittwoch auf A+ von zuvor AA-. Damit werden die Anleihen des Landes zwar weiter als sichere Anlage bewertet, doch rangiert die Bonität nur noch im Bereich von "gut bis befriedigend". Den Ausblick erhöhte S&P zugleich auf stabil von negativ.

Der Regierung in Tokio wird es nach Ansicht der Agentur binnen zwei bis drei Jahren wahrscheinlich nicht gelingen, das Wachstum entscheidend anzukurbeln und die Deflation zu beenden. Japan litt jahrelang auf breiter Front unter fallenden Preisen, was Umsätze und Löhne drückte. Um diese deflationäre Abwärtsspirale zu beenden, pumpt die Zentralbank billiges Geld in den Markt.

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Das Bruttoinlandsprodukt sank im zweiten Quartal dennoch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,6 Prozent. Zu Jahresbeginn war die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt noch kräftig gewachsen. Der Schwächeanfall ist auch ein Rückschlag für Ministerpräsident Shinzo Abe, der das schnell alternde Land auch mit Konjunkturprogrammen aus der Flaute steuern will.

Gemessen am BIP hat Japan zudem einen riesigen staatlichen Schuldenberg angehäuft: 2014 betrug er 226 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ökonom Stefan Große von der NordLB verweist darauf, dass die Agentur die Herabstufung zwar mit verschlechterten konjunkturellen Aussichten begründet. "Sie legt aber auch nochmal den Finger in die Wunde der ungelösten Probleme - Staatsverschuldung, Demografie, Deflation."

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