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Konjunktur: Nerven behalten

von Anne Kunz

Trotz Schuldenkrise, hält sich die deutsche Wirtschaft gut. Grund ist die inländische Nachfrage. Kann Deutschland es schaffen, sich von der Eurozone abzukoppeln?

Monteure arbeiten an Naben für Windkraftanlagen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat zwischen Juli und September unerwartet 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Quelle: dpa
Monteure arbeiten an Naben für Windkraftanlagen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat zwischen Juli und September unerwartet 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Quelle: dpa

Nachdem die Europäische Zentralbank vergangene Woche vor einer Rezession warnte und deshalb sogar vollkommen unerwartet die Zinsen senkte, sind das wirklich gute Nachrichten: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.

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Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten dieses Ergebnis vorausgesagt. Im Frühjahr fiel das Wachstum zudem stärker aus als bislang angenommen: Das Bundesamt korrigierte es von 0,1 auf 0,3 Prozent nach oben.

Impulse von den Exporten blieben allerdings  aus: Der Außenhandel hatte kaum messbare Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal, so die Statistiker. Motor war die inländische Nachfrage.

Vor allem Unternehmen ließen sich von der schlechten Nachrichtenlage über die Eurozone nicht beunruhigen, behielten die Nerven und investierten in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. 

Damit hat es die sonst so exportabhängige Wirtschaft zumindest etwas geschafft, sich von der Eurozone abzukoppeln.

Noch stabilisiert die inländische Nachfrage die Wirtschaft

Trotzdem ist das Risiko hoch, dass am Jahresende und Anfang 2012 eine Stagnation oder milde Rezession droht. Die Industrie spürt die Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturabkühlung . Sie erhielt zuletzt deutlich weniger Aufträge aus der Währungsunion, in die etwa 40 Prozent ihrer Ausfuhren gehen.

Auch in Übersee lässt das Wachstum nach. In den kommenden Monaten wird sich die globale Wirtschaft weiter abkühlen. Das größte Risiko ist jedoch, dass die inländische Nachfrage – die derzeit noch die deutsche Wirtschaft stabilisiert - einbricht, weil die Unruhen auf den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft übertragen.

Sollte  die Euro-Schuldenkrise weiter eskalieren, könnte es sein, dass Konsumenten und Unternehmen sich mit der Nachfrage von Gütern und Investitionen sehr stark zurückhalten. Dann würden wir ganz sicher in eine Rezession rutschen. Deswegen heißt es für alle Deutschen: Nerven behalten, dann hält auch der Aufschwung!

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 15.11.2011, 14:35 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Die Eurozone wird jetzt sturmreif geschossen.
    Die Ratingagenturen und die US-und GB-Gangster setzen auf Exotus.
    Die Währungsunion muss im Interesse der EU aufgelöst werden.
    Wiedereinführung des ECU und der nationalen Währungen.
    Wenn´s sein muss Floaterkurse zum ECU, alles schon mal dagewesen,
    hat wunderbar funktioniert.
    1 Euro = 2 neue DM!
    Das ist gerecht und das beste Konjunkturprogramm für Europa.

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