Konjunktur: Optimisten auf dem Vormarsch

KommentarKonjunktur: Optimisten auf dem Vormarsch

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

von Malte Fischer

Die Stimmung an den Finanzmärkten hellt sich auf, die Unternehmen blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Wird der Aufschwung stärker als erwartet? Ein Kommentar von Malte Fischer.

In der deutschen Wirtschaft machen sich Frühlingsgefühle breit. Kaum dass die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, scheinen  Deutschlands Finanzexperten und Unternehmenslenker von einer Welle des Optimismus erfasst zu sein. In einer Umfrage des Mannheimer Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gab eine Mehrheit von 59,2 Prozent der Befragten Finanzmarktteilnehmer an, sie rechneten mit einer besseren Konjunktur in den nächsten Monaten. Nur 6,2 Prozent erwarten eine schlechtere Entwicklung.

Der Saldo aus beiden Antwortkategorien sprang damit von 44,5 Punkten im Vormonat auf 53,0 Punkte im April und liegt damit deutlich über seinem langjährigen Mittelwert von 27,3 Zählern. Auch die aktuelle Lage stuften die Finanzexperten besser ein als im Vormonat.

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Optimismus herrscht auch in der Industrie – trotz der Probleme im Luftverkehr durch den Vulkanausbruch in Island. Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie,  Hans-Peter Keitel, schließt für dieses Jahr eine Wachstumsrate mit einer 2 vor dem Komma nicht mehr aus. Die Ökonomen der US-Bank Goldman Sachs erwarten sogar ein BIP-Plus von 2,3 Prozent. Nächstes Jahr werde die Rate mit 2,4 Prozent noch etwas höher ausfallen, frohlocken die Goldman-Ökonomen.

Asien hat die Krise schon überwunden

Gehen die Frühlingsgefühle mit Bankern und Industriekapitänen durch oder ist ihr Optimismus begründet?

Fakt ist: Im Winterhalbjahr hat die deutsche Wirtschaft auf der Stelle getreten, die Bundesbank geht für das erste Quartal sogar von einem leichten Minus beim BIP aus. Doch das dürfte in erster Linie dem harten Winter zuzuschreiben sein. Der hat nicht nur die Bauwirtschaft zur Untätigkeit gezwungen, sondern auch die Kunden vom Einkaufsbummel abgehalten.

Umso kräftiger werden daher die Nachholeffekte im zweiten und dritten Quartal  ausfallen. Die Goldman-Sachs-Ökonomen rechnen mit Zuwachsraten von 1,3 und 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Dass die Konjunktur im Folgezeitraum erneut einbricht, ist unwahrscheinlich. Sicher, in Ländern wie Großbritannien, Spanien, Irland, USA und Griechenland müssen die Verbraucher in den nächsten Jahren ihre hohen Schulden abbauen und beim Konsum den Gürtel enger schnallen. Auch die Banken könnten sich angesichts hoher Abschreibungen auf notleidende Außenstände bei der Vergabe von Krediten zurück halten.

Doch andere Regionen der Weltwirtschaft haben die Finanzkrise längst überwunden. Das gilt vor allem für Asien und Lateinamerika. In Asien liegt die Industrieproduktion bereits wieder über dem Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise, die Region boomt.

Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft wird davon besonders profitieren. Denn deutsche Unternehmen haben die Maschinen und Anlagen, chemischen Produkte, Fahrzeuge und elektrotechnischen Erzeugnisse, die diese Länder auf ihren Entwicklungspfad benötigen. Die Bedeutung der Schwellenländer für die deutschen Exporteure nimmt daher rasant zu.  

Beispiel China: Gingen vor  10 Jahren gerade mal   1,7 Prozent der deutschen Exporte in das Riesenreich, so sind es derzeit schon 5 Prozent. Dagegen haben die westlichen Industrieländer an Bedeutung für die deutschen Exporteure verloren.  In die USA lieferten deutsche Unternehmen  zuletzt nur noch rund 6 Prozent ihrer Exporte, vor 10 Jahren waren es noch mehr als 10 Prozent.

Der regionale Strukturwandel der deutschen Exportindustrie wird sich fortsetzten – und die Impulse aus den stark wachsenden Ländern für die deutsche Konjunktur werden zunehmen.

Um technologisch am Ball und preislich wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die deutschen Unternehmen mehr Geld in neue Maschinen und Anlagen stecken. Der Impuls von den Exporten wird auf die Investitionen, die Beschäftigung und am Ende auch auf den privaten Verbrauch überspringen.

Die Botschaft ist klar: Der Aufschwung ist da – und er wird sich fortsetzen!

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