Konjunktur: Regierung: Wirtschaft schrumpft um mehr als zwei Prozent

Konjunktur: Regierung: Wirtschaft schrumpft um mehr als zwei Prozent

Bild vergrößern

Container im Hamburger Hafen

Die deutsche Wirtschaft wird 2009 nach Ansicht der Bundesregierung um 2,25 Prozent schrumpfen. Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht prognostiziert sie außerdem sinkende Exporte und steigende Arbeitslosigkeit.

Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognosen wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise drastisch nach unten korrigiert. Das geht aus dem neuen Jahreswirtschaftsbericht mit dem Titel "Konjunkturgerechte Wachstumspolitik“ hervor, den das Kabinett heute nach Angaben aus Regierungskreisen verabschiedete. „Deutschland befindet sich in einer tiefen Rezession“, heißt es darin. Die Deutsche Wirtschaft stehe vor seiner größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung. Die Regierung rechnet nun mit einer Schrumpfung der Wirtschaftleistung im laufenden Jahr um 2,25 Prozent.

Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik. Bislang war offiziell noch von einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent ausgegangen worden. Auch am Arbeitsmarkt werde sich die Rezession deutlich negativ bemerkbar machen, heißt es in dem Bericht. Allerdings werde der Beschäftigungsabbau 2009 wohl weniger drastisch ausfallen als in früheren Abschwungphasen. Die Regierung rechnet nunmehr im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um rund 250.000.

Anzeige

Das ergäbe eine Gesamtzahl von rund 3,5 Millionen Arbeitlosen, die allerdings in dem Bericht nicht explizit genannt wird. Die Arbeitslosenquote würde entsprechend auf 8,4 Prozent und damit um 0,6 Punkte steigen. Deutlicher fällt der Einbruch beim Vergleich der Daten für das vierte Quartal 2008 mit der Prognose für das Schlussquartal 2009 aus: Hier würde sich dem Bericht zufolge ein Zuwachs der Arbeitslosenzahl um 500.000 ergeben. 

Impuls durch private Konsumausgaben

Positive Nachrichten für die Verbraucher birgt der Bericht bei der Preisentwicklung: Angesichts des Rückgangs der Energiepreise rechnet die Regierung für dieses Jahr bei den Verbraucherpreisen lediglich noch mit einem minimalen Anstieg um 0,5 Prozent nach 2,6 Prozent in 2008. Stark abwärts wird es dagegen der Prognose zufolge vor allem mit den Investitionen gehen. Bei den Ausrüstungsinvestitionen geht die Regierung von einem Einbruch um 11,9 Prozent aus. Der langjährige Wachstumsmotor Export werde um 8,9 Prozent absacken, die Importe um fünf Prozent.

Dagegen würden von den privaten Konsumsausgaben mit preisbereinigt 0,8 Prozent erstmals nach einer langen Schwächephase voraussichtlich wieder positive Konjunkturimpulse ausgehen. Als eine Konsequenz aus der Finanzkrise und den Problemen vieler Banken will die Bundesregierung die Finanzmarktaufsicht neu ordnen. Ziel sei es, die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf diesem Gebiet enger zu verzahnen. Die Regierung kündigte noch für dieses Jahr Reformvorschläge dazu an.

Sie will zudem die Eingriffsmöglichkeiten der Aufsicht in Krisenzeiten verbessern. Die neuen Wirtschaftsprognosen der Regierung basieren auf der technischen Annahme - also nicht Prognose -, dass der Ölpreis im Jahresdurchschnitt 2009 mit 45 Dollar je Barrel deutlich unter dem Vorjahreswert liegen wird. Auch der Euro-Kurs werde mit 1,32 Dollar unter dem Vorjahreswert liegen. Ebenfalls als technische Annahme geht die Regierung vom gegenwärtigen Leitzinssatz der EZB von zwei Prozent aus. Die Lohnentwicklung werde im Rahmen des gesamtwirtschaftlichen Produktionszuwachses liegen, unterstellt die Regierung weiter.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%