Konjunktur: Schuldenkrise gefährdet Deutschlands Wachstum

Konjunktur: Schuldenkrise gefährdet Deutschlands Wachstum

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Wirtschaftsminister Philipp Rösler rechnet für 2012 nur noch mit einem deutschen Wirtschaftswachstum von etwas mehr als 07, Prozent.

von Katja Joho

Pessimistische Aussichten für Deutschland und Europa: Die Weltbank sieht die Eurozone in ihrer Prognose auf dem Weg in die Rezession und auch die Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose für 2012.

Die Weltbank warnt in ihrem Halbjahresbericht vor einer Rezession in der Eurozone und senkt die Wachstumsprognose für Industriestaaten und Schwellenländer. Derweil schraubt auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler im Jahreswirtschaftsbericht die deutsche Prognose für 2012 herunter.

Die Eurozone muss sich laut Weltbank-Bericht in diesem Jahr auf einen Wirtschaftsrückgang von Minus 0,3 Prozent einstellen. Noch im letzten Bericht im Juni 2011 ging die Bank von einem Wachstum von rund 1,8 Prozent aus. Ein Grund für die negative Aussicht ist insbesondere die verschärfte Lage der europäischen Schuldenkrise.

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Auch für die Weltwirtschaft deutet die neue Prognose der Weltbank eine Abschwächung und ein schwächeres Wachstum in Schwellenländern wie Indien und Brasilien an. Während im Juni 2011 das globale Wirtschaftswachstum noch auf 3,6 Prozent prognostiziert wurde, sagt die Institution jetzt für 2012 nur noch ein 2,5 Prozent voraus.

Das beeinflusst auch die deutsche Wirtschaft: Als zweitgrößte Exportnation ist die Bundesrepublik hier unmittelbar von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig, denn eine schwächere Wirtschaftslage, insbesondere in den Schwellenländern, senkt auch die deutsche Exportkraft.

„Die Welt hat sich in den vergangenen sechs Monaten sehr verändert“, sagte Andrew Burns, Chefautor des Berichts. „Das wird ein sehr schwieriges Jahr.“

Deutsche Konjunkturprognose gesenkt

Derweil senkte für Deutschland Wirtschaftsminister Philipp Rösler nun auch die Konjunkturprognose der Bundesregierung. Er rechnet nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von etwas mehr als 0,7 Prozent. Bisher lag die Prognose für 2012 bei einem Prozent.

Viele Ökonomen geben der Bundesrepublik eine noch schlechtere Prognose: Demnach dürfen die Deutschen für dieses Jahr durchschnittlich nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent erwarten.

Standard & Poor’s bekannt, dass Deutschland auch in einer europäischen Rezession dieses Jahr seine Bestbewertung nicht verlieren sollte. So sagte der Europachef der Agentur, Moritz Krämer, der „Bild“: „Wir glauben, dass sich Deutsch6079232land in einer vergleichsweise starken Position befindet und auch eine mögliche Rezession in diesem Jahr ohne Herabstufung überstehen sollte.“

Einen positiven Blick wagt auch die Bundesregierung in Sachen Beschäftigungsquote. Nach dem neuen Jahreswirtschaftsbericht dürfte Deutschland hier 2012 trotz Konjunkturrückgang einen neuen Rekord aufstellen: Im Jahresdurchschnitt soll die Zahl der Beschäftigten um mindestens 220.000 zunehmen.

Damit werde die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 6,8 Prozent betragen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Staatsschuldenkrise der Euro-Länder Lösungen und in nächster Zeit Fortschritte zeigt.

Für 2013 sieht der Wirtschaftsminister für Deutschland deutlich bessere Zeiten anbrechen: Für nächstes Jahr rechnet Rösler mit einem BIP-Wachstum von um die 1,6 Prozent.

Mit Material von dpa/Reuters/dapd

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