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Konjunktur: Sommermärchen reloaded?

von Mark Fehr

Ausnahmsweise sind die sonst meckernden Deutschen mal guter Laune: Trotz Krise steigt der Optimismus von Verbrauchern und Unternehmern, wichtige Wirtschaftsforscher revidieren ihre Prognosen nach oben. Doch eine nähere Betrachtung verdirbt die Euphorie. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Fehr.

Fast könnte man es wieder für Herdentrieb halten: So eifrig, wie sich deutsche Ökonomen auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise mit negativen Wachstumsprognosen zu überbieten schienen, so eilig korrigieren sie nun ihre Schätzungen nach oben. Die Deutsche Bank etwa erwartet für dieses Jahr einen Wachstumseinbruch von 5,2 Prozent – nicht mehr ein Minus von sechs Prozent. Auch für 2010 fallen die Konjunkturaussichten des Geldinstituts besser aus. Statt mit einem Wachstum von nur wenigen Zehntel-Prozent rechnen die Banker für das nächste Jahr nun mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent.

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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zieht nach: 2009 sei ein Minus von fünf bis sechs Prozent zu erwarten. Davor hatten die Berliner Ökonomen noch vor einem Einbruch um 6,4 Prozent gewarnt. Das DIW hält mittlerweile auch seine Wachstumsschätzung von einem halben Prozent im nächsten Jahr für zu niedrig und hat eine Korrektur angekündigt.

Zukunftsaussichten immer positiver

Der Grund für die Welle des Optimismus ist klar: Auf breiter Front zeigen wichtige Wirtschaftsindikatoren immer weiter nach oben. Seit Monaten steigen die Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Konsumenten. Deutsche Verbraucher neigen laut Umfragen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jetzt stärker dazu, sich neue Produkte anzuschaffen.

Aber vor allem der viel beachtete Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts steigert den Konjunkturoptimismus. Das Barometer stieg im August um drei auf mehr als 90 Punkte. Die Stimmung der deutschen Unternehmer verbessert sich schon seit Monaten regelmäßig, die vom Ifo befragten Firmenchefs beurteilen ihre Zukunftsaussichten immer positiver. In der Augustumfrage schätzen sie jetzt aber auch die aktuelle Lage ihrer Unternehmen besser ein. Das gilt als Signal, dass die Konjunktur den lang ersehnten Wendepunkt erreicht hat.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.08.2009, 10:54 UhrAnonymer Benutzer: Poscher

    Hallo,

    das Konsumklima ist besser, als es der aktuellen Wirtschaftslage und Konjunkturausichten entspricht. Vermutlich sind wir nicht in zu Optimisten mutiert, wir versuchen nur unser Geld in Sicherheit zu bringen und flüchten in Sachwerte. Die Staatsverschuldung wird kaum noch durch Steuern zu bezahlen sein, soviel Steuern kann der Staat nicht mehr abgreifen. Die Lösung wird inflation sein, wenn diese im einstelligen bereich bleiben wird, vielleicht kein schlechter Weg. Vermutlich wird eine gemäßigte inflation die Konjunktur intensiver antreiben, als mit Subventionen. Für die neuen Schulden z.b. durch die Abwrackprämie, werden uns unsere Kinder noch hassen. Wenn das Geld wenigsten für nachhaltige investionen ausgegeben würde.

    VG

    Poscher

  • 29.08.2009, 20:23 UhrAnonymer Benutzer: hmpf...

    ...börse in Schanghai schön und gut, aber Chinas Aktien beeinflussen uns ja dann doch nicht so stark. Klar, Chinas Realwirtschaft hat schon starken Einfluss auf uns...

  • 29.08.2009, 00:39 UhrAnonymer Benutzer: Realist

    Die börse in Shanghai deutet zuletzt darauf hin, dass der zurück liegende allgmeine Optimismus ( der in China und anderen asiatischen Ländern bereits im November 2008 begann und dann alle Weltbörsen ab Anfang März mitzog ) gerade wieder zu Ende geht.
    Wiederum mit etwas Verspätung werden andere Welbörsen folgen. Dann wird wieder Pessimissmus vorherrschen.

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