Konjunktur: Stimmung in der Wirtschaft immer schlechter

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Konjunktur: Stimmung in der Wirtschaft immer schlechter

Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im Oktober so stark geschrumpft wie seit über drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft fiel auf den tiefsten Stand seit Juni 2009. Auch der ifo-Index kennt nur eine Richtung: nach unten.

Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im Oktober so stark geschrumpft wie seit über drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft fiel überraschend um 0,3 auf 45,8 Punkte, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 5000 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen mit. Ökonomen hatten einen Anstieg auf 46,4 Punkte erwartet. Durch den dritten Rückgang in Folge fiel das Barometer auf den tiefsten Stand seit Juni 2009. Es entfernte sich damit weiter von der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird.

"Die Euro-Zone ist zum Start des vierten Quartals wieder tiefer in die Rezession abgerutscht", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das Bruttoinlandsprodukt werde um etwa 0,5 Prozent schrumpfen und damit stärker als im Sommer. Die Chancen für eine rasche Besserung stehen schlecht: Die Aufträge fielen erneut, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie im September, als sie so deutlich zurückgingen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Die Unternehmen bauten deshalb Stellen ab, um ihre Kapazitäten der sinkenden Nachfrage anzupassen. "Während in Deutschland nur ganz vereinzelt Arbeitsplätze wegfielen, vermeldete Frankreich einen nahezu genauso signifikanten Jobabbau wie die Peripherieländer", schrieben die Markit-Ökonomen.

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Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Auch wenn die Arbeitsmarktdaten in Deutschland stabil sind: Die Talfahrt der deutschen Wirtschaft hält an. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, ging von 101,4 Punkten im September auf nun 100,0 Punkte zurück, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. Das ist der sechste Rückgang in Folge. Experten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet. Der Ifo-Index steht damit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2010. Für die Erhebung befragt das Ifo-Institut monatlich etwa 7.000 Firmen.

DIHK senkt Wachstumsprognose

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt der "Deutsche Industrie- und Handelskammertag" (DIHK) nach der Auswertung seiner jüngsten Konjunkturumfrage. Sie signalisiert eine abnehmende Zuversicht über die Geschäftsentwicklung. Folglich hat der DIHK seine Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt. Der Verband rechnet nun nur noch mit einem Wachstum in diesem Jahr von 1,0 Prozent nach noch 1,3 Prozent vor einem halben Jahr. Für das kommende Jahr sieht der DIHK nur noch einen Mini-Zuwachs von 0,7 Prozent. Dabei dürfte nicht nur der private Konsum etwas weniger expandieren als bislang erwartet. Die Bruttoanlageinvestitionen sieht der DIHK für dieses Jahr mit 1,2 Prozent und das nächste Jahr mit 0,6 Prozent sogar im Minus. Beim Export erwartet der DIHK Zuwächse von 4,2 Prozent im Jahr 2012 und vier Prozent 2013. Die Arbeitslosenzahl werde unter der Drei-Millionen-Marke bleiben.

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