Konjunktur: Talfahrt der Wirtschaft abgebremst

Konjunktur: Talfahrt der Wirtschaft abgebremst

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Arbeiter auf der Werft der Schiffs- und Yachtwerft Dresden

Sturzflug der deutschen Wirtschaft könnte nach Ansicht verschiedener Ökonomen bald beendet sein.

Das sogenannte „Handelsblatt“-Barclays-Barometer sagt für das zweite Quartal 2009 sogar ein kleines Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent voraus. Im ersten Vierteljahr indes sei die Wirtschaft voraussichtlich um 3,3 Prozent geschrumpft. Wie sich die Wirtschaft tatsächlich entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt am kommenden Freitag bekannt.

Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz sagte dem "Handelsblatt" zudem: „Die Abwärtsdynamik wird in diesen Wochen zum Stillstand kommen und eine gewisse Bodenbildung erreicht.“ Hoffnungsvolle Signale von Unternehmensumfragen im In- und Ausland fänden ihre erste Bestätigung in realwirtschaftlichen Daten. Der Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, Ralph Wiechers, erklärte, leere Lager müssten wieder gefüllt werden. Zudem greife nach einer langen Phase der Unsicherheit wieder Besonnenheit um sich. „Ob sich aus diesen ersten Signalen ein Trend herausbildet, müssen wir allerdings abwarten.“

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Hoffnung für den Export

Der ebenfalls heute veröffentlichte Commerzbank-Frühindikator legte im vergangenen Monat von 0,27 auf 0,84 zu. Für die verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen seien bisher nahezu ausschließlich die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank verantwortlich gewesen, erklärten die Commerzbank-Ökonomen. Jetzt wecke aber auch der Anstieg des sogenannten ISM-Index „die Hoffnung, dass nun auch der Gegenwind für die Exporte nachlässt“.

Der ISM-Einkaufsmanagerindex wird in den USA ermittelt. Die jüngste Aufwärtsentwicklung des ISM lasse erwarten, „dass sich die Vorjahresrate der Exporte ab dem dritten Quartal nicht mehr ganz so tief im roten Bereich bewegen wird“.

Derweil stieg der deutsche Industrieumsatz im März gegenüber Februar um 1,5 Prozent. Im Februar war im Vormonatsvergleich noch ein Minus von 4,8 Prozent zu verzeichnen, im Januar von 6,6 Prozent. Zu März 2008 sank der Umsatz allerdings um 22 Prozent.

Nach Wirtschaftszweigen betrachtet sank der reale Umsatz im März 2009 gegenüber dem Vorjahr bei den Produzenten von Kraftwagen und Kraftwagenteilen am stärksten, nämlich um 32,3 Prozent. Ähnlich hoch war das Minus mit 31,5 Prozent in der Metallerzeugung und -bearbeitung. Den geringsten Rückgang wies das Ernährungsgewerbe mit 1,7 Prozent auf.

Die Rohstahlproduktion ging im April in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte zurück. Die deutschen Hüttenwerke stellten laut Statistischem Bundesamt 1,06 Millionen Tonnen Roheisen (minus 56,8 Prozent) und 1,88 Millionen Tonnen Rohstahl (minus 53,1 Prozent) her. So starke Rückgänge im Vorjahresvergleich habe es seit Bestehen der Bundesrepublik noch nicht gegeben, erklärten die Statistiker.

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