
Seit Ende September schon befindet sich die sogenannte Realwirtschaft im freien Fall. Das vierte Quartal 2008 wird zappenduster, das erste Halbjahr dieses Jahres auch. Also lassen wir uns jetzt besser gleich alle einmotten, weil es ohnehin nichts mehr zu tun gibt? Bleiben wir einfach Zuhause, weil das unseren Unternehmen wenigstens Kosten spart?
Das wäre nicht unbedingt die beste Lösung. Denn ausgerechnet jetzt, wo die Lage schier hoffnungslos erscheint, deuten erste Signale auf ein mögliches Ende der Rezession hin. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Frühindikatoren, die schon deshalb ernst zu nehmen sind, weil sie das jetzt eingetretene Desaster zum Teil schon zur Jahresmitte 2007 angekündigt hatten. Zu einem Zeitpunkt also, in dem Politiker, Unternehmen und auch viele Ökonomen die Meinung vertraten, die Auswirkungen der Finanzkrise blieben auf die Banken begrenzt und das Wachstum in der Realwirtschaft ginge munter weiter.
Jetzt aber, wo kaum einer mehr an ein Morgen glaubt, senden die gleichen Indikatoren positive Signale. Der WirtschaftsWoche-Earlybird zum Beispiel stieg im Januar bereits das dritte Mal in Folge. Das GfK-Konsumklima hat sich erholt. Das ifo-Geschäftsklima verbesserte sich im Januar erstmals seit Mai 2008. Zinsstruktur und Geldmenge M1 deuten auf bessere Zeiten hin und selbst der Baltic Dry Index, der die Entwicklung der Frachtraten im Schiffsverkehr misst, kletterte nach oben. Das heißt: Im dritten oder vierten Quartal könnte der Tiefpunkt durchschritten sein.
Über dem Berg sind wir damit noch lange nicht. Ein Blick ins Ausland zeigt, der deutschen Exportindustrie steht über alle Branchen hinweg ein drastischer Kapazitätsabbau ins Haus. Und auch die Banken haben die Krise noch lange nicht verdaut. Ein neuer Schock könnte die Indikatoren also schnell wieder ins Minus drehen.













