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Konjunktur: Tiefpunkt der Rezession bald erreicht?

von Konrad Handschuch

In Neuss mottet Norsk Hydro Deutschlands größtes Aluminiumwerk ein. In der Stahlindustrie brach die Nachfrage zuletzt um die Hälfte ein. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie sanken im Dezember um mehr als 27 Prozent. Der Maschinenbau – bis vor einem halben Jahr noch die Paradebranche der deutschen Wirtschaft – meldet für Dezember ein Auftragsminus von fast 30 Prozent.

WirtschaftsWoche-Redakteur Konrad Handschuch
WirtschaftsWoche-Redakteur Konrad Handschuch

Seit Ende September schon befindet sich die sogenannte Realwirtschaft im freien Fall. Das vierte Quartal 2008 wird zappenduster, das erste Halbjahr dieses Jahres auch. Also lassen wir uns jetzt besser gleich alle einmotten, weil es ohnehin nichts mehr zu tun gibt? Bleiben wir einfach Zuhause, weil das unseren Unternehmen wenigstens Kosten spart?

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Das wäre nicht unbedingt die beste Lösung. Denn ausgerechnet jetzt, wo die Lage schier hoffnungslos erscheint, deuten erste Signale auf ein mögliches Ende der Rezession hin. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Frühindikatoren, die schon deshalb ernst zu nehmen sind, weil sie das jetzt eingetretene Desaster zum Teil schon zur Jahresmitte 2007 angekündigt hatten. Zu einem Zeitpunkt also, in dem Politiker, Unternehmen und auch viele Ökonomen die Meinung vertraten, die Auswirkungen der Finanzkrise blieben auf die Banken begrenzt und das Wachstum in der Realwirtschaft ginge munter weiter.

Jetzt aber, wo kaum einer mehr an ein Morgen glaubt, senden die gleichen Indikatoren positive Signale. Der WirtschaftsWoche-Earlybird zum Beispiel stieg im Januar bereits das dritte Mal in Folge. Das GfK-Konsumklima hat sich erholt. Das ifo-Geschäftsklima verbesserte sich im Januar erstmals seit Mai 2008. Zinsstruktur und Geldmenge M1 deuten auf bessere Zeiten hin und selbst der Baltic Dry Index, der die Entwicklung der Frachtraten im Schiffsverkehr misst, kletterte nach oben. Das heißt: Im dritten oder vierten Quartal könnte der Tiefpunkt durchschritten sein.

Über dem Berg sind wir damit noch lange nicht. Ein Blick ins Ausland zeigt, der deutschen Exportindustrie steht über alle Branchen hinweg ein drastischer Kapazitätsabbau ins Haus. Und auch die Banken haben die Krise noch lange nicht verdaut. Ein neuer Schock könnte die Indikatoren also schnell wieder ins Minus drehen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.02.2010, 12:00 UhrAnonymer Benutzer: Schlossgeist

    Es ist ja ganz nett, wenn von den Medien auch mal positive Signale ausgesendet werden, aber vom Ende der Krise oder gar, wie manche schreiben, von "Aufschwung" kann keine Rede sein. Seriöse Zahlen und Prognosen belegen etwas anderes. Zweckoptimismus und Gesundbeten greifen nicht mehr. Ausserdem: Auch 1929 gab es up and down in den Kurven, nur war die 29iger Krise relativ schnell vorbei, diese wird dauern.

  • 08.02.2009, 17:23 UhrAnonymer Benutzer: ein Schlaumeier...

    Ja Herr Hägar Schmidt korrekt! Aktien bzw. Unternehmensanteile sind die einzige Währung, die einen realen Gegenwert haben (und Gold antürlich) - nämlich ein Unternehmen, das MEHRWERT produziert (Naja... es gibt natürlich auch Unternehmen die eigentlich nur warme Luft produzieren, aber diese seien mal außen vor. ;-) )
    Der Rest (Renten, Riester-Kontrukte, Papiergeld, Derivate, Schuldverschreibungen etc.) sind nur PAPiER das durch inflation, Staatsverschulung und durch korrupte Politiker mittels unverantwortlkicher Finanzpolitik entwertet wird.
    Privar wichtig ist Diversifikation und Augenmaß.
    Mein Portfolio ist mit (nur) 40% im Minus und ich habe bei Niedrigsständen bereits wieder dazugekauft. Wer dies passend zu den Konjunkturzyklen tut, bekommt neben guten Dividenden auch noch alle paar Jahre ab x% Gewinn aus der Aktienkurssteigerung und lacht sich in Fäustchen. Das galt natürlich nur bis zur unseligen Abgeltungssteuer, mit dem der Staat die Sparer enteignet .... .
    Meine Altersvorsorge jedenfalls erfreut mich als 42-jähriger heute schon.. und die Aussichten lassen mcih ein Leben unter der Sonne erahnen. Derweil werden sich Riestersparer die paar Kröten auf die zu erwartende Niedrigstrente anrechnen lassen müssen.
    Ein schönes Leben noch !

  • 07.02.2009, 18:52 UhrAnonymer Benutzer: schaumalda

    Wo waren diese Experten nur vor der Krise ? Jetzt sind sie wieder alle da und wissen genau so viel ,wie vor der Krise . Also nichts !

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