Konjunktur: Trotz besserem Konsumklima weisen Daten Richtung Rezession

Konjunktur: Trotz besserem Konsumklima weisen Daten Richtung Rezession

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Ein Frau mit Einkaufstüten: Das Konsumklima ist stabil, die Aussichten für 2009 sind allerdings düster

Diese Nachricht verheißt nur auf den ersten Blick Gutes: Zum Jahresende hat sich das Konsumklima in Deutschland leicht verbessert. Allerdings sind die Verbraucher bei den Konjunkturaussichten für das kommende Jahr so pessimistisch wie schon lange nicht mehr. Zudem ist das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Quartal gesunken.

Zwar hat sich das Konsumklima in Deutschland zum Jahresende noch leicht verbessert, aber die Verbraucher sind hinsichtlich der Konjunkturaussichten so pessimistisch wie lange nicht mehr. Dieses Fazit zog die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute in Nürnberg aus ihrer jüngsten Untersuchung.

Der Indikator, der die Konjunkturerwartungen erfasst, sank nach GfK- Angaben auf den niedrigsten Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991. Die Rezessionsängste seien inzwischen Realität. Das Konsumklima könne zum Jahresende auf niedrigem Niveau aber noch einmal zulegen, lauteten die Erkenntnisse der Konsumforscher. Sowohl steigende Einkommensaussichten als auch eine verbesserte Anschaffungsneigung trügen dazu bei.

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Die Daten aus der Realwirtschaft sehen allerdings schlecht aus. Der sinkende Export hat die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal in die Rezession gedrückt. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Juli bis September um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, bestätigte das Statistische Bundesamt heute seine erste Prognose. Es schrumpfte damit das zweite Mal in Folge, was nach gängiger Definition als Rezession gilt. Dies hatte es zuletzt 2003 gegeben.

Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung bereits um 0,4 Prozent zurückgegangen. In den kommenden Quartalen dürfte es weiter bergab gehen: Experten rechnen frühestens im Sommer 2009 wieder mit Wachstum. Von der Konjunkturlokomotive zur -Bremse entwickelte sich der Export. Er schrumpfte um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, während die Importe um 3,8 Prozent zulegten. Dagegen stützten die Verbraucher mit ihren Ausgaben die Konjunktur: Der private Konsum legte um 0,3 Prozent zu. Der Staat fuhr seine Konsumausgaben sogar um 0,8 Prozent nach oben. Auch die Bauinvestitionen zogen mit 0,3 Prozent leicht an. Die Unternehmen investierten allerdings erstmals seit knapp zwei Jahren weniger in Maschinen, Anlagen und andere Ausrüstungen. Hier gab es ein Minus von 0,5 Prozent.

Stabiles Konsumklima,2009 droht Dauerrezession

Zum vergleichsweise stabilen Konsumklima habe die weiterhin niedrige Arbeitslosigkeit ebenso beigetragen wie die gesunkene Inflationsrate. Zuletzt hätten fallende Preise für Heizöl und Benzin dafür gesorgt, dass die Einkommensaussichten etwas optimistischer beurteilt werden, berichteten die Konsumforscher. Auch die Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie seien für den vierten Anstieg der Verbraucherstimmung in Folge mit verantwortlich. „Damit konnte sich das Konsumklima zum Jahresende noch erfolgreich gegen die wachsenden Rezessionstendenzen behaupten“, teilte die GfK mit. Der Indikator stieg von 1,9 auf 2,2 Punkte.

Allerdings blicken die Bundesbürger der GfK-Untersuchung zufolge düster in die Zukunft. Produktionsstopps in der Automobilindustrie dürften die Angst vieler Beschäftigter vor einem Jobverlust weiter schüren, hieß es. Erst gestern hatte das Münchner ifo Institut über eine weitere Verschlechterung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft berichtet. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im Zuge der weltweiten Finanzkrise im November zum sechsten Mal in Folge von 90,2 Punkten im Vormonat auf 85,8 Punkte. Damit ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so schlecht wie seit 15 Jahren nicht mehr. In einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnete ein Drittel der Unternehmen für das kommende Jahr mit Stellenabbau.

Ökonomen rechnen frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2009 mit einer Erholung. „Wir werden eine Dauerrezession bekommen - mindestens bis zur Jahresmitte und mit dem Risiko, dass sie noch länger dauert“, sagte UniCredit-Analyst Andreas Rees. Der Export falle vorerst als Konjunkturstütze weg. Die weltweite Konjunkturflaute werde die Nachfrage nach deutschen Produkten stark drücken. Die deutsche Autoindustrie meldete bereits massive Absatzeinbrüche.  

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