Konjunktur: Trübe Aussichten für Deutschland

Konjunktur: Trübe Aussichten für Deutschland

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Die Aussichten für die deutsche Konjunktur trüben sich laut Earlybird-Indikator

Die Aussichten für die deutsche Konjunktur trüben sich weiter ein. Der Earlybird-Frühindikator, den die Commerzbank monatlich exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt, sank im März auf minus 0,26 Punkte.

Im Februar hatte der Index noch bei minus 0,17 Zählern gelegen. Negative Werte signalisieren nach Angaben der Commerzbank-Ökonomen unterdurchschnittliche Rahmenbedingungen für die deutsche Konjunktur.

Ausschlaggebend für den Rückgang des Index war die kräftige Aufwertung des Euro in den vergangenen Wochen. Der reale Außenwert der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Korb der wichtigsten Handelspartnerwährungen kletterte von Februar auf März um knapp zwei Prozent. Gegenüber dem Vorjahr errechnet sich damit eine Aufwertung um fast vier Prozent, das ist der stärkste Zuwachs seit Anfang 2004. Der starke Euro dürfte das Geschäft der Exporteure in den nächsten Monaten zunehmend bremsen.

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Belastend auf den Earlybird wirkte sich zudem die Zinsentwicklung aus. Wegen des verschärften Vertrauensschwunds im Bankensektor verknappte sich die Liquidität am Interbankenmarkt im März weiter, der Zinssatz für Dreimonatsgeld schoss auf über 4,7 Prozent in die Höhe. Da sich zugleich die Teuerungsrate erhöhte, stieg der Realzins allerdings nur moderat.

Positive Impulse für den Earlybird gingen vom US-Einkaufsmanagerindex ISM aus, der als Indikator für die weltweite Nachfrage nach Industrieprodukten in die Berechnung des Earlybird einfließt. Mit 48,6 Punkten lag er im März etwas höher als im Vormonat (48,3 Punkte). Allerdings deuten Werte unter 50 Zählern auf einen Rückgang der Industrieproduktion in den USA hin. Die Commerzbanker gehen daher davon aus, dass sich der Abwärtstrend der deutschen Konjunktur nach einem vergleichsweise robusten ersten Quartal im weiteren Verlauf dieses Jahres fortsetzen wird.

Wegen der Bremswirkungen durch die Finanzkrise hat auch der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr von bisher 1,5 auf nunmehr 1,2 Prozent gesenkt.

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