Konjunktur: US-Arbeitsmarkt kommt in Bewegung

Konjunktur: US-Arbeitsmarkt kommt in Bewegung

, aktualisiert 15. Dezember 2011, 18:47 Uhr
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Immer weniger Amerikaner stellen einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe.

Quelle:Handelsblatt Online

In den USA stellten in der vorigen Woche so wenige Menschen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Der US-Arbeitsmarkt kommt in Schwung, die Konjunkturdaten sind vielversprechend.

BerlinAm US-Arbeitsmarkt stehen die Zeichen zunehmend auf Besserung. Kommt der Jobmarkt weiter in Schwung, dürfte die größte Volkswirtschaft der Welt ihr moderates Wachstum fortsetzen. In der vorigen Woche stellten nur 366.000 Amerikaner erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe und damit so wenig wie seit Mai 2008 nicht mehr, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit 390.000 gerechnet, nach 385.000 in der Woche davor. „Alles spricht für eine weitere Stabilisierung und einen sehr positiven Trend für die US-Wirtschaft“, sagte Peter Kenny von Knight Capital.

Der schwache Arbeitsmarkt gilt als Achillesferse der US-Wirtschaft und verhindert derzeit ein stärkeres Wachstum. Im November allerdings fiel die Arbeitslosenquote mit 8,6 Prozent auf das niedrigste Niveau seit zweieinhalb Jahren. Zudem zieht die Beschäftigung allmählich an: Es wurden 120.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Nach den überraschend positiven Daten zu den Erstanträgen sieht David Sloan von IFR Economics nun Chancen, dass die Beschäftigung im Dezember weiter anziehen könnte.

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Auch bei der US-Industrie hellten sich die Perspektiven auf: Die Geschäfte im Schlüsselstaat New York liefen im Dezember so gut wie seit über einem halben Jahr nicht mehr. Der „Empire State“-Index kletterte von 0,61 auf 9,53 Punkte, teilte die regionale Notenbank New York Fed mit. Analysten hatten nur mit 3,0 Punkten gerechnet. In der Region Philadelphia stieg das Geschäftsklima für Dezember überraschend stark auf 10,3 Punkte.

Im November jedoch hatte die gesamte US-Industrie ihre Produktion zum ersten Mal seit sieben Monaten gedrosselt. Die Firmen stellten nach Fed-Angaben 0,2 Prozent weniger her als im Oktober. Fachleute hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. „Trotz des jüngsten Rückgangs übertrifft das Produktionsniveau im laufenden Quartal das des Vorquartals um 0,6 Prozent“, betonte Postbank-Analyst Thilo Heidrich. „Damit zeichnet sich seitens der Produktion ein robustes BIP-Wachstum im Schlussquartal ab.“

Die eher vielversprechenden Konjunkturdaten aus den USA stehen im krassen Gegensatz zur Wirtschaft in der Euro-Zone, die mit den Folgen der Schuldenkrise kämpft. „Nach unseren Berechnungen dürfte die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2011 um 0,6 Prozent schrumpfen“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Der von seinem Institut ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft der Euro-Zone blieb trotz eines leichten Anstiegs auf 47,9 Punkte den vierten Monat in Folge unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

Auch wenn Deutschland noch besser dasteht als viele seiner Nachbarländer und Handelspartner, droht der hiesigen Wirtschaft ein harter Winter. Die Forscher des IWH-Instituts aus Halle trauen der Konjunktur 2012 nur ein Mini-Wachstum von 0,3 Prozent zu: „Auch Deutschland wird sich von der Verschlechterung der internationalen Konjunktur nicht abkoppeln können.“

Dies gilt auch für die langjährige Wachstumslok China. Die Industrie der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde schwächelt, während zugleich erstmals seit über zwei Jahren die ausländischen Direktinvestitionen kurzeitig zurückgehen. Im Dezember stieg der chinesische Einkaufsmanagerindex der britischen Großbank HSBC zwar auf 49 Zähler von 47,7 im November. Er blieb aber unter der Schwelle von 50 Punkten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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