Konjunktur: Wann nimmt die Wirtschaft wieder Fahrt auf?

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Konjunktur: Wann nimmt die Wirtschaft wieder Fahrt auf?

von Malte Fischer

Die Euro-Krise hat die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Die Investitionen sinken, die Arbeitslosigkeit steigt. Doch die Finanzmärkte setzen auf einen neuen Aufschwung. Ist die Hoffnung berechtigt?

Wenn die Bundesbürger nach den Festtagen nolens volens wieder an die Werkbänke und ihre Schreibtische zurückkehren, dürfen sich die Beschäftigten des Münchner Lastwagenherstellers MAN daheim weiter gemütlich zurücklehnen. Zu beneiden sind sie darum jedoch nicht. Denn ihr Arbeitgeber hat Kurzarbeit angemeldet. Gleich nach der Weihnachtspause Mitte Januar wird die Produktion zurückgefahren. Betroffen sind 3500 Beschäftigte im MAN-Werk in München und 1800 im Werk in Salzgitter. Die Geschäfte laufen schlecht bei MAN. In den Auftragsbüchern herrscht Ebbe, der Betriebsgewinn der Volkswagen-Tochter ist in den ersten neun Monaten 2012 um 39 Prozent gesunken.

Autohersteller in Kurzzeit

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Auch beim Autohersteller Opel arbeiten die Beschäftigten derzeit mit angezogener Handbremse. Die Hälfte der rund 20 000 inländischen Mitarbeiter hat das Management in Kurzarbeit geschickt. Ähnlich sieht es bei Ford aus. Der Kölner Autokonzern hat seinen Beschäftigten wegen der Absatzkrise in Europa in den vergangenen Monaten schon mehrfach Kurzarbeit verordnet. Besserung ist nicht in Sicht. Die Experten der Bundesagentur für Arbeit erwarten, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter 2013 im Schnitt auf rund 190 000 verdreifacht.

Die Horrormeldungen aus der Industrie haben die Bundesregierung aufgeschreckt. Anfang Dezember kündigten Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler an, die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld von sechs auf zwölf Monate zu verlängern.

Vollbremsung in der Krise

Erdöl Der Ölpreis macht keine Sorgen mehr

Neue Fördertechnologien sorgen für mehr Angebot und halten den Preisauftrieb in Grenzen. Doch politische Risiken sorgen für Unsicherheit.

Ein Shell-Laster vor einer Raffinerie Quelle: dpa

Auch bei Banken, Medienunternehmen, Fluggesellschaften und Energieunternehmen kreist der Rotstift. Eine exklusive Umfrage des Münchner ifo Instituts für die WirtschaftsWoche unter knapp 600 Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen ergab, dass die Betriebe per Saldo im nächsten Jahr ihre Mitarbeiterzahl verringern und weniger investieren wollen.

Der Grund für die Vollbremsung ist die Euro-Krise. Aus Angst vor dem Auseinanderbrechen der Währungsunion lassen die Unternehmen Vorsicht walten. Investitionspläne wandern in die Schubladen, Personalbudgets werden gekürzt, Umsatzziele einkassiert. Im Jahresschlussquartal ist die Wirtschaftsleistung geschrumpft. Die Krise aus Europas Süden hat Deutschland erreicht. Ökonomen aus Banken und Forschungsinstituten haben ihre Prognosen für 2013 deswegen deutlich nach unten korrigiert. Im Schnitt erwarten sie nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von einem halben Prozent (siehe Seite 24). Vor wenigen Wochen lagen die Prognosen noch doppelt so hoch.

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