
Seit 2002 ist unsere Wirtschaft Exportweltmeister und lieferte allein 2008 Waren im Wert von 995 Milliarden Euro ins Ausland. Doch seit Ausbruch der globalen Krise sorgen ausgerechnet die Exportstatistiken für Ernüchterung.
Weil die Welt weniger Autos, Maschinen und Chemieprodukte ordert, ist der Warenstrom ins Stocken gekommen. Die deutsche Wirtschaft schrumpft 2009 im Vergleich der westlichen Industriestaaten am stärksten, weil sie wie kaum eine andere am Tropf des Weltmarkts hängt. Ein Viertel der Arbeitnehmer produziert für den Export, jeder dritte erwirtschaftete Euro kommt aus dem Exportgeschäft.
Waren vom Todfeind
Warum ist das so? Nach dem Krieg bescherte die Exportwirtschaft der Bundesrepublik satte Wachstumsraten. Die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen, Lokomotiven und Industrieanlagen war im zerstörten Europa groß. Viele Fabriken hierzulande hatten die Bombenangriffe heil überstanden, und große Teile der Industrie waren auf genau diese Güter spezialisiert. Gleichzeitig waren die Löhne geringer als in anderen europäischen Staaten. Da die Binnennachfrage noch fehlte, mussten die Betriebe exportieren. Briten, Franzosen und Amerikaner bestellten nun wieder Waren beim ehemaligen Todfeind.













