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Konjunktur: Wie ermitteln Unternehmen überhaupt Ihren Gewinn?

von Mark Fehr

Gier ist gut. So protzte jedenfalls der US-Schauspieler Michael Douglas in seiner Rolle als skrupelloser Investmentbanker im Kinofilm „Wall Street“.

Ein Büste von Milton Friedman Quelle: AP
Ein Büste von Milton Friedman (1912-2006) Quelle: AP

Gier ist gut. So protzte jedenfalls der US-Schauspieler Michael Douglas in seiner Rolle als skrupelloser Investmentbanker im Kinofilm „Wall Street“. Der Klassiker ist nach wie vor aktuell, denn die Gier nach Gewinn trägt Mitschuld an Finanzkrise und Rekordrezession. Trotzdem: Ohne Gewinn ist Wirtschaft unmöglich. Nur die Aussicht auf Profit bringt Investoren dazu, dringend nötiges Risikokapital bereitzustellen.

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Gewinnstreben verhindert Verschwendung und zwingt Unternehmer, sparsam mit wertvollen Ressourcen umzugehen. Nicht zuletzt speisen Gewinne einen großen Teil der Steuereinnahmen, mit denen der Staat seine Ausgaben finanziert. Der liberale Ökonom Milton Friedman hatte also recht mit seiner provokanten These, dass es zur sozialen Verantwortung der Unternehmen gehöre, Profit zu machen. Wie aber stellen Firmen eigentlich fest, ob sie Gewinn einfahren?

Wohin mit dem Gewinn?

Das Prinzip der Gewinnermittlung ist in allen Ländern und bei großen wie kleinen Unternehmen gleich. Am Ende des Jahres rechnet jeder Kaufmann seine Vermögensgegenstände wie Immobilien, Vorräte oder Bankguthaben zusammen. Bleibt nach Abzug der Schulden Vermögen übrig und ist dieses größer als im Vorjahr, freut er sich über einen Gewinn. Ist das Nettovermögen geschrumpft, bucht er einen Verlust. Eine weitere Methode der Gewinnermittlung führt zum gleichen Ergebnis: Vom Umsatz und anderen Einnahmen zieht der Unternehmer seine Kosten wie Löhne, Mieten oder Zinsen ab. Gewinn bleibt ihm, wenn er mehr Einnahmen als Ausgaben hat.

Was mit dem Gewinn passiert, entscheiden bei großen Aktiengesellschaften die Aktionäre auf der jährlichen Hauptversammlung. Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Gewinn bleibt im Unternehmen und wird zum Beispiel in Forschung oder neue Produkte investiert. Er kann aber auch als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. In jedem Frühjahr erreicht die Hauptversammlungssaison der Dax-Unternehmen ihren Höhepunkt. Dann mehren sich regelmäßig Stimmen aus Politik und Gewerkschaften, die einen verantwortungsvollen Umgang mit den Gewinnen fordern. Gerade in Krisenzeiten sei der Gewinn im Unternehmen besser aufgehoben, so der Tenor.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.09.2009, 13:58 UhrAnonymer Benutzer: Heinz

    ich schließe mich der Meinung von Michael an.

    bereits 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der Planwirtschaft durch eigenes Versagen werden die Grundregeln der privaten Marktwirtschaft schon wieder in Frage, weil man die bevölkerung mit kommunistischen ideologien bombardiert. Unfassbar!

    Viele Menschen merken gar nicht, dass wir uns in einer monetären Planwirtschaft befinden, in der die Funktionäre der Zentralbanken das Geschehen am Geld- und Kreditmarkt beeinflussen (manipulieren). Wenn dabei etwas schiefgeht, schiebt man einfach die Schuld auf gierige Marktteilnehmer.

    Wer gierig nach Profit ist, muss zwangsläufig auch mit der Angst vor dem bankrott oder vor Verlusten leben können. Was ist daran so ungerecht ?

  • 14.09.2009, 12:54 UhrAnonymer Benutzer: Michael

    @the brain
    Tja, wenn die Finanzmärkte schnellere und höhere Gewinne erwarten lassen, dann hat da wohl jemand dem freien Markt dazwischen gefunkt! Zum beispiel Politker, die wahllos banken retten, oder Zentralbanken, die Zinsen ultraniedrig lassen, oder wiederum Politker, die Finanzunternehmen ermuntern - teils sogar zwingen Hypotheken an sozialschwache zu vergeben oder jetzt Kredite an Unternehmen, die eigentlich nicht überlebensfähig sind.

  • 13.09.2009, 13:48 UhrAnonymer Benutzer: schlaumeier

    Geld für sich arbeiten zu lassen?!? sorry, aber "Geld arbeitet nicht" - so der Titel eines lesenswerten buches, nach dessen Lektüre fragt man sich, aus welchem Märchenbuch die wiwo Redaktion diesen Artikel zusammengeklaubt hat. keinWort zu "mark.to-market oder fiar-value, neugeschaffene bewertungsprinzipien, mit denen Gewinne in beliebiger Höhe ausgewiesen werden können, schon vor langer Zeit bei Enron und anderen praktiziert und nun auch von Finanzinstitutionen vielfach praktiziert, Gewinne ausweisen, während gleichzeitig massive Verluste in den büchern verschwinden

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