
Gier ist gut. So protzte jedenfalls der US-Schauspieler Michael Douglas in seiner Rolle als skrupelloser Investmentbanker im Kinofilm „Wall Street“. Der Klassiker ist nach wie vor aktuell, denn die Gier nach Gewinn trägt Mitschuld an Finanzkrise und Rekordrezession. Trotzdem: Ohne Gewinn ist Wirtschaft unmöglich. Nur die Aussicht auf Profit bringt Investoren dazu, dringend nötiges Risikokapital bereitzustellen.
Gewinnstreben verhindert Verschwendung und zwingt Unternehmer, sparsam mit wertvollen Ressourcen umzugehen. Nicht zuletzt speisen Gewinne einen großen Teil der Steuereinnahmen, mit denen der Staat seine Ausgaben finanziert. Der liberale Ökonom Milton Friedman hatte also recht mit seiner provokanten These, dass es zur sozialen Verantwortung der Unternehmen gehöre, Profit zu machen. Wie aber stellen Firmen eigentlich fest, ob sie Gewinn einfahren?
Wohin mit dem Gewinn?
Das Prinzip der Gewinnermittlung ist in allen Ländern und bei großen wie kleinen Unternehmen gleich. Am Ende des Jahres rechnet jeder Kaufmann seine Vermögensgegenstände wie Immobilien, Vorräte oder Bankguthaben zusammen. Bleibt nach Abzug der Schulden Vermögen übrig und ist dieses größer als im Vorjahr, freut er sich über einen Gewinn. Ist das Nettovermögen geschrumpft, bucht er einen Verlust. Eine weitere Methode der Gewinnermittlung führt zum gleichen Ergebnis: Vom Umsatz und anderen Einnahmen zieht der Unternehmer seine Kosten wie Löhne, Mieten oder Zinsen ab. Gewinn bleibt ihm, wenn er mehr Einnahmen als Ausgaben hat.
Was mit dem Gewinn passiert, entscheiden bei großen Aktiengesellschaften die Aktionäre auf der jährlichen Hauptversammlung. Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Gewinn bleibt im Unternehmen und wird zum Beispiel in Forschung oder neue Produkte investiert. Er kann aber auch als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. In jedem Frühjahr erreicht die Hauptversammlungssaison der Dax-Unternehmen ihren Höhepunkt. Dann mehren sich regelmäßig Stimmen aus Politik und Gewerkschaften, die einen verantwortungsvollen Umgang mit den Gewinnen fordern. Gerade in Krisenzeiten sei der Gewinn im Unternehmen besser aufgehoben, so der Tenor.













