Konjunktur: Wirtschaft beendet Sturzflug - Ifo-Index steigt

Konjunktur: Wirtschaft beendet Sturzflug - Ifo-Index steigt

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Licht am Ende des Tunnels: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 0,5 auf 84,2 Punkte - das ist der höchste Stand seit einem halben Jahr

Unter den deutschen Spitzenmanagern wächst die Hoffnung auf ein Ende der schweren Rezession. Ihre Stimmung hellte sich im Mai den zweiten Monat in Folge auf.

Dies teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) heute mit. Befragt wurden 7000 Unternehmen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 0,5 auf 84,2 Punkte - das ist der höchste Stand seit einem halben Jahr. „Damit zeichnet sich eine allmähliche Stabilisierung der Wirtschaftsleistung auf niedrigem Niveau ab“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte bewerteten zwar die Geschäftslage so schlecht wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Sie erwarten aber eine Erholung in den kommenden sechs Monaten: Die Aussichten wurden den fünften Monat in Folge optimistischer eingeschätzt. Dadurch stieg der Teilindex für die Erwartungen auf den höchsten Stand seit September 2008, als die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die weltweite Wirtschaftskrise einleitete. „Der freie Fall der Wintermonate liegt hinter uns“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger zu Reuters. Die Situation beruhige sich, nachdem die Wirtschaft im ersten Quartal mit 3,8 Prozent in Rekordtempo geschrumpft war.

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Industrie rechnet sich wieder bessere Export-Chancen aus

Die Industrie rechnet sich wegen der stabileren Weltwirtschaft wieder bessere Exportchancen aus und will weniger Stellen streichen als geplant. Auch Handel und Dienstleister setzen auf das zweite Halbjahr. Nur in der Bauwirtschaft behielten die Pessimisten die Oberhand. Grund ist die miserable Auftragslage. Im ersten Quartal brach das Neugeschäft um 16,4 Prozent ein. Ein echter Aufschwung ist nach den Worten von Ifo-Experte Abberger noch nicht in Sicht, zumal Rückschläge drohten.

Die steigende Arbeitslosigkeit etwa könne den Konsum dämpfen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach von einer besseren Stimmung in den Unternehmen. „Die wirtschaftliche Talsohle scheint zumindest erreicht“, sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben zu Reuters. Nach den Umsatzeinbrüchen der vergangenen Monate komme es nun aber immer häufiger zu Finanzierungsproblemen. Analysten schlussfolgern aus dem steigenden Ifo-Index, dass Deutschland das Schlimmste hinter sich habe.

„Das ist ein weiteres klares Signal dafür, dass der Sturzflug der Wirtschaft beendet ist“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die Rezession habe an Tempo verloren und könne im Herbst enden. „Es wird aber nur eine blutleere Aufwärtsbewegung folgen“, sagte der Ökonom. An den Märkten sorgte der Ifo-Index für leichte Enttäuschung, weil Analysten einen etwas stärkeren Anstieg auf 85,0 Punkte erwartet hatten. Der Eurokurs fiel deshalb auf ein Tagestief und rutschte unter der Marke von 1,40 Dollar.

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