Konjunktur: Wirtschaft brummt und Steuern sprudeln

Konjunktur: Wirtschaft brummt und Steuern sprudeln

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann sich freuen: Der aktuelle Monatsbericht seines Ministeriums beschreibt eine prosperierende deutsche Wirtschaft. Die Steuereinnahmen steigen, die Beschäftigtenzahlen sehen gut aus. Dafür steigt auch die Inflation.

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Ein Werbeplakat zum Ende der Krise und einem beginnenden Aufschwung klebt am in Berlin auf dem S-Bahnhof Alexanderplatz an Treppenstufen. Die Deutschen sehen wieder optimistisch in die Zukunft

Einmal pro Monat veröffentlicht das Bundesministerium für Finanzen einen Monatsbericht zur Lage der deutschen Wirtschaft. Und der für den Monat März liest sich überwiegend positiv: Die Wirtschaft hat sich von der Krise erholt, der Aufschwung soll weiter gehen, das BIP um 2,3 Prozent steigen. Hält die im Bericht dargestellte wirtschaftliche Entwicklung an, könnte die Neuverschuldung 2011 sogar geringer ausfallen als die bisher geschätzten 48,4 Milliarden Euro. Bis Ende Februar hat der Bund bereits 63,6 Milliarden Euro ausgegeben. Das sind zwar 3,2 Milliarden mehr als 2010, dafür sind auch die Einnahmen im Vergleich gestiegen. 34 Milliarden flossen bis Ende Februar ins Staatssäckel, 2010 waren es rund zwei Milliarden weniger.

Steuereinnahmen höher als im Vorjahr

Besonders stark gestiegen sind die Steuereinnahmen. 39,5 Milliarden Euro an Steuern nahmen Bund und Ländern im Februar ein, macht ein Plus von 9,7 Prozent. In den beiden ersten Monaten des Jahres verbuchte der Fiskus insgesamt 77,5 Milliarden Euro. Der prozentuale Anstieg ist unter anderem so hoch, weil die Steuereinnahmen im Februar 2010 durch die Nachwehen der Finanzkrise geringer waren. Was nicht heißt, dass die Einnahmen nur deshalb gut sind, weil es im letzten Jahr viel schlechter war: Die Analysten des Finanzministeriums gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,3 Prozent steigen wird. Der Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe erreichte 2011 einen neuen Höchststand seit 1996.

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Die um mehr als elf Prozent gestiegenen Lohnsteuereinnahmen sind ein schöner Beweis für die verbesserte Arbeitsmarktlage. Nach unbereinigten Zahlen waren im Februar dieses Jahres 3,32 Millionen Menschen ohne Job, das sind rund 300.000 weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gestiegen, es gibt deutlich mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als zuvor. Und es scheint so weiter zu gehen. Die Unternehmen erhöhen die Arbeitszeiten und suchen nach zusätzlichem Personal, es gibt immer weniger Kurzarbeit. Auch die um mehr als 13 Prozent gestiegenen Einnahmen aus der Umsatzsteuer sprechen eine ähnliche Sprache: Sämtliche Stimmungsindikatoren lassen einen – wenn auch moderaten - Wirtschaftsaufschwung vermuten.

Industrie und privater Konsum

In diesem Jahr sollen die Exporte leicht zurückgehen, die Wareneingänge jedoch steigen. Die ifo-Exporterwartungen bleiben grundsätzlich weiterhin optimistisch: Motor der deutschen Wirtschaft wird die Warenausfuhr bleiben.

Bislang zeigte sich die Nachfrage aus dem Ausland jedoch eher verhalten, weshalb die Industrieproduktion nur um 0,2 Prozent wuchs. Dafür verzeichnete das verarbeitende Gewerbe deutlich mehr Aufträge als zu Beginn des Jahres 2010. Geht es den Unternehmen gut, geht es auch den Haushalten gut: Der Einzelhandel vermeldete gestiegene Umsätze, die auf eine größere Konsumbereitschaft der Haushalte schließen lassen. Im Februar erreichte der GfK-Indikator Konsumklima den höchsten Stand seit Oktober 2007 und die Stimmungsindikatoren signalisieren, dass der private Verbrauch weiter zunimmt.

Eine weiterhin positive Entwicklung des Arbeitsmarktes und steigende Löhne würden der Konsum der privaten Haushalte weiter anheizen. Dass steigende Löhne so unrealistisch nicht sind, zeigt der Monatsbericht des Finanzministeriums. Die verfügbaren Einkommen der Haushalte stiegen bereits das fünfte Quartal in Folge. Allerdings handelt es sich hierbei um Kleckerbeträge: Saisonbereinigt hatten die Haushalte zwischen Oktober und Dezember 2010 0,6 Prozent mehr Geld im Portemonee.

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