Konjunktur: Wirtschaftsinstitute setzen auf Arbeitsmarkt

Konjunktur: Wirtschaftsinstitute setzen auf Arbeitsmarkt

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Konjunktur 2008 - Die wichtigsten Prognosen aus dem Frühjahrsgutachten: 1 Veränderung zum Vorjahr in Prozent; 2 in Millionen; Quelle: Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

Hält die Konjunktur in Deutschland stand? Ja – glauben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Das Wachstum flaut zwar ab, eine Rezession ist aber unwahrscheinlich.

Hält die Konjunktur in Deutschland dem üblen Mix aus Finanzmarktkrise, massiver Euro-Aufwertung, Rekord-Ölpreis und zunehmender Inflation stand? Ja – glauben jedenfalls die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Sie rechnen in ihrem Frühjahrsgutachten zwar damit, dass die Wirtschaft einen Gang herunterschaltet. Eine Rezession sei aber unwahrscheinlich, sagte der Konjunkturchef des beteiligten Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, vergangene Woche bei der Präsentation des Gutachtens in Berlin. Er räumte ein, dass die aktuellen Turbulenzen das Geschäft der Prognostiker nicht eben erleichtere: Die Vorhersagen seien „mit erheblicher Unsicherheit behaftet“, so Scheide.

Mit einer Wachstumsprognose von 1,8 Prozent für das laufende Jahr liegen die Institute eher im oberen Bereich des aktuellen Prognosespektrums. Für das kommende Jahr rechnen sie dann nur noch mit 1,4 Prozent (siehe Grafik). Dies sei aber ausschließlich auf die geringere Zahl der Arbeitstage zurückzuführen. Hauptgrund für den gedämpften Optimismus der Experten: Sie erwarten, dass sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt fortsetzt. So werde die Zahl der Arbeitslosen der Prognose zufolge weiter zurückgehen und 2009 im Schnitt sogar unter drei Millionen liegen. Das trägt dazu bei, dass der Konsum etwas in Schwung kommt und um 0,8 Prozent zulegt, nach einem Rückgang von 0,4 Prozent im vergangenen Jahr. Dadurch lässt sich nach Ansicht der Ökonomen die erwartete Abschwächung des Exports zum Teil kompensieren.

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Den Konsum dämpfen dürften allerdings die kräftigen Preissteigerungen: Im März kletterte die Inflationsrate in Deutschland von 2,8 auf 3,1 Prozent. Die Institute erwarten im Jahresdurchschnitt eine Teuerung von immerhin 2,6 Prozent. Ein weiterer Wermutstropfen: Die Lohnstückkosten, deren moderate Entwicklung in den vergangenen Jahren die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesteigert hat, dürften künftig wieder stärker zulegen. Die Forscher warnen daher vor zusätzlichen Belastungen für den Arbeitsmarkt – und raten dringend davon ab, weitere Mindestlöhne einzuführen.

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