Konjunktur: Wo sich die Belebung bereits bemerkbar macht

Konjunktur: Wo sich die Belebung bereits bemerkbar macht

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Noch geht es dem deutschen Handel erstaunlich gut, die Krise hat noch nicht die Kauflaune gebremst

Während bei Branchen wie den Logistikern und den Halbleiterbauern der Aufschwung ankommt, hängt der Maschinenbau der konjunkturellen Entwicklung noch hinterher.

LogistikDie Branche gilt als Frühindikator der Wirtschaft. Zwar leiden Speditionen, Fuhrunternehmen, Reedereien und Frachtfluglinien unter einem Rückgang der Transportvolumina von bis zu 25 Prozent seit Herbst 2008. Doch jetzt gibt es Hoffnungszeichen. „Es fühlt sich so an, als hätten wir den Boden erreicht“, sagte Frank Appel, Vorstandschef der Deutschen Post DHL, bei der Hauptversammlung Ende April. Und laut Lufthansa Cargo sowie Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt ist – zumindest beim Chinaverkehr – die Talsohle erreicht. Luftfracht und Express-Sendungen laufen der Gesamtwirtschaft vier bis sieben Monate voraus. Sie werden gebucht, um kurzfristige Nachfragehöhen auszugleichen. In der Folge springen dann meist auch Straßen- und Seefracht an. Die Verkehre auf der Straße aus China nach Westen haben sich bereits verbessert. Und bei den Reedereien haben sich die Frachtraten ein wenig erholt.

HalbleiterAls zyklischer Konjunktur-Gleichläufer gilt die Halbleiterindustrie. Grund: Die kleinen Silizium-Bauteile sind Kernbestandteile beinahe jedes Geräts, also klassische Investitionsgüter. Deshalb ist die Halbleiterindustrie traditionell Indikator für die kurz- bis mittelfristige Konjunkturentwicklung. Gut in dieses Schema passt der Chipbauer Infineon. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres brach der Umsatz zwar um mehr als ein Viertel ein. Dennoch ist Infineon-Chef Peter Bauer zuversichtlich: „Der Tiefpunkt bei Umsatz und Produktion könnte erreicht sein.“ Im März habe sich das Blatt bei den Auftragseingängen gewendet; inzwischen zeigten alle Segmente eine Erholung.

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Chemie„Es gibt erste Anzeichen einer leichten Belebung“, sagt Bayer-Konzernchef Werner Wenning. Ähnlich verhalten optimistisch äußert sich auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI) zu den weiteren Perspektiven: „Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass wir die Talsohle erreicht haben könnten“, ließ sich VCI-Präsident Ulrich Lehner vor wenigen Tagen vernehmen. Lehner sieht positive Signale aus dem Ausland – vor allem aus Brasilien und China. Zudem habe sich die Chemieproduktion im Verlauf der ersten drei Monate auf niedrigem Niveau stabilisiert, so der VCI-Präsident. Im April habe sich die Lagebeurteilung leicht verbessert.

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