Konjunktur: Zuversicht beim ZEW, Pessimismus unter Wirtschaftsweisen

Konjunktur: Zuversicht beim ZEW, Pessimismus unter Wirtschaftsweisen

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Deutsche Konjunktur: Die Lage ist schlecht, doch die Aussichten bessern sich.

Die Lage ist mies, doch die Aussichten werden besser: Mit diesem Umfrageergebnis überraschte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute. Knapp 350 Finanzexperten befragten die Forscher zur aktuellen Situation der Wirtschaft und zum Stand der Dinge in sechs Monaten. Gleichzeitig wurde aber bekannt, dass das Gutachten der Wirtschaftsweisen wesentlich pessimistischer ausfällt.

Das ZEW-Zukunftsbarometer stieg überraschend kräftig um knapp zehn Punkte auf minus 53,5 Zähler. Die Zinssenkungen der EZB halfen dabei ebenso wie das Rettungspaket der Bundesregierung, den Pessimismus zu dämpfen. „Vom gemeinsamen Vorgehen der Regierungen und Zentralbanken scheinen die Experten eine Milderung des Konjunkturabschwungs zu erhoffen“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Allerdings sei die leichte Erholung der Konjunkturerwartungen auch als Gegenreaktion auf den Einbruch der Kennzahl in den Vormonaten zu sehen. Die Stimmungsaufhellung fiel wesentlich deutlicher aus als von Volkswirten erwartet.

Unter Finanzanalysten bleiben die Aussichten für die deutsche Konjunktur aber trotz der leichten Stimmungsaufhellung unverändert trübe. Die Auswirkungen der Finanzkrise dürften die wirtschaftliche Aktivität in den nächsten Monaten spürbar belasten, hieß es von Bankvolkswirten. Der Indikator für die aktuelle Wirtschaftslage im November sank um 14,5 Punkte auf minus 50,4 Punkte. Die Lageeinschätzung notiert damit gegenwärtig auf dem niedrigsten Stand seit November 2005. Volkswirte hatten mit einer moderateren Eintrübung auf minus 45,0 Punkte gerechnet.

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Analysten: "Es kann nur noch besser werden"

Die ungünstige Beurteilung der aktuellen Lage sei angesichts jüngst enttäuschender Zahlen aus der deutschen Industrie nicht verwunderlich, hieß es von der Postbank. Das sah auch Carsten Brzeski von der ING Bank so. Das Hilfspaket der Bundesregierung, die Zinssenkungen der EZB und der etwas schwächere Euro hätten eine weitere Abwärtsbewegung des Index verhindert, sagte er. Allerdings liege der Index der Konjunkturerwartungen immer noch deutlich unter seinem langjährigen Mittelwert von plus 27,1 Punkten, im dritten Quartal dürfte Deutschland in die Rezession eingetreten sein.

Die fünf Wirtschaftsweisen sehen Deutschland auch im kompletten Jahr 2009 in eine Rezession abgleiten. In ihrem Sachverständigengutachten, das dem „Handelsblatt“ vorliegt, beziffern sie das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr zwar noch mit 0,0 Prozent. Nach ihrer Definition ist aber der Rückgang des Wachstums gegenüber diesem Jahr so groß, dass man von einer Rezession sprechen müsse. Das Gutachten wird am Mittwoch offiziell vorgestellt. Der Konjunktureinbruch beendet demnach auch die gute Entwicklung der vergangenen Jahre am Arbeitsmarkt. 2009 werde die Zahl der registrierten Arbeitslosen von durchschnittlich 3,27 Millionen auf 3,3 Millionen steigen, hieß es. Die Erwerbstätigenzahl werde wieder sinken, und zwar um 81.000 Personen auf 40,2 Millionen. Die Inlandsnachfrage werde um 0,1 Prozent im kommenden Jahr sinken, nachdem sie in diesem Jahr um 1,1 Prozent zulegen soll.

Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel recht verhalten aus. Der Euro reagierte nur kurzzeitig mit Ausschlägen, während die deutschen Anleihen leichte Kursverluste verbuchten. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich zunächst leicht positiv bewegt. Gegen Mittag notierte der DAX dann aber deutlich im Minus.

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