Konjunkturabkühlung: Güterverkehr auf der Schiene rückläufig

Konjunkturabkühlung: Güterverkehr auf der Schiene rückläufig

Trotz einer Streikpause der Lokführer zum Jahresbeginn sind in Deutschland im ersten Quartal deutlich weniger Güter auf der Schiene befördert worden als im Vorjahreszeitraum.

Die Transportmenge sank um 4,2 Prozent auf 88,1 Millionen Tonnen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Es war der stärkste Rückgang in einem Startquartal seit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009. Damals war der Güterverkehr um 21,2 Prozent eingebrochen. Zu Beginn dieses Jahres hatte das Wirtschaftswachstum in Deutschland allerdings etwas an Schwung verloren.

Das könnte die Konjunkturerholung bremsen

  • Krisen in Griechenland und Russland

    Die Schuldenprobleme Griechenlands und der Konflikt zwischen Russland und dem Westen bleiben Unsicherheitsfaktoren für die deutsche Konjunktur. Denn ein Eskalieren der Griechenland-Krise mit einem Ausstieg aus dem Euro dürfte für Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgen und Investoren verschrecken. Zudem brechen die deutschen Exporte nach Russland wegen der westlichen Sanktionen immer stärker ein. Die Warenausfuhren sanken im Januar um rund 35 Prozent - einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Oktober 2009.

  • Wichtige Absatzmärkte USA und China schwächeln

    In den beiden größten Volkswirtschaften läuft es derzeit nicht so rund wie von vielen erhofft. "Seit Jahresbeginn haben viele US-Konjunkturdaten enttäuscht", sagt Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Dafür seien vor allem der strenge Winter verantwortlich und Streiks bei Hafenarbeitern an der Westküste. Dies habe die Baubranche gebremst und die Industrie belastet. Die Commerzbank geht zwar davon aus, dass die US-Konjunktur im Frühjahr wieder in Schwung kommt, senkte aber ihre Wachstumsprognose für die USA auf 2,8 von 3,2 Prozent.

     

    Zudem kühlt sich die chinesische Wirtschaft zunehmend ab. Von Reuters befragte Experten gehen davon aus, dass sie zwischen Januar und März binnen Jahresfrist um sieben Prozent gewachsen ist - dies wäre so wenig wie seit rund sechs Jahren nicht mehr.

  • Investitionsschwäche

    Trotz der extrem niedrigen Zinsen kommen die Investitionen der Unternehmen kaum in Gang. Viele Firmen halten sich wohl auch wegen der vielen geopolitischen Risiken und internationalen Konflikten mit Ausgaben eher zurück. "Die Investitionen dürften - angesichts eingetrübter Absatzperspektiven auf den Exportmärkten und weiter hoher globaler Konjunkturrisiken - nur vergleichsweise moderat zulegen", sagt der Konjunkturchef des Berliner DIW-Instituts, Ferdinand Fichtner.

Überdurchschnittlich starke Rückgänge gab es im ersten Quartal im Auslandsverkehr. Während der Transport im Inland um 2,1 Prozent sank, nahmen der Versand ins Ausland (minus 4,9 Prozent) und der Empfang aus dem Ausland (minus 13,2 Prozent) deutlich stärker ab. Im Durchgangsverkehr stagnierte die Menge der beförderten Güter. Besonders deutlich verringerte sich die Transportmenge von Kohle, Rohöl und Erdgas (minus 13,8 Prozent) sowie von Erzen, Steinen, Erden und sonstigen Bergbau-Erzeugnissen (minus 9,3 Prozent).

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Die Lokführergewerkschaft GDL hatte im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn zwar im Februar einen Ausstand angedroht, dieser war aber in letzter Sekunde abgewendet worden. Streiks im Personen- und Güterverkehr gab es wieder im April und Mai. Mittlerweile bemühen sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) als Schlichter um eine Lösung in dem festgefahrenen Konflikt.

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