Konjunkturausblick 2011: Die globale Krisenbewältigung

Konjunkturausblick 2011: Die globale Krisenbewältigung

von Alexander Busch, Andreas Henry, Silke Wettach, Matthias Kamp, Florian Willershausen, Gerhard Bläske und Yvonne Esterházy

Schuldenkrise, steigende Arbeitslosigkeit, explodierende Preise – auf die Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise reagieren die großen Volkswirtschaften auf sehr unterschiedliche Weise. Während der Euro-Raum weiter auseinanderdriftet, kämpfen China und Brasilien mit den Folgen einer heiß gelaufenen Konjunktur. In den USA dagegen drohen Maßnahmen gegen die hohe Arbeitslosigkeit am politischen Stillstand zu scheitern. Ein Blick auf die Weltkonjunktur 2011.

USA: Erholung lässt auf sich warten

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Grafik: BIP, Inflation, Arbeitslosenquote & Haushaltssaldo USA 2009 - 2011 (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweitere Ansicht)

Alte Wirtschaftsweisheiten gelten plötzlich nicht mehr. War es nach früheren ökonomischen Schwächephasen fast noch ein Naturgesetz, dass die USA schneller und kraftvoller aus einer Rezession herauskommen würden als zum Beispiel Deutschland, ist diesmal alles anders.

Die Mehrheit der Ökonomen erwartet, dass die US-Wirtschaft im nächsten Jahr gerade mal ein Wachstum zwischen 2,5 und 3,0 Prozent schaffen wird – nicht genug, um die immer noch bei über neun Prozent verharrende Arbeitslosenrate wesentlich herunterzubringen. Auf diesem Niveau dürfte sie auch Ende nächsten Jahres liegen. Für die US-Inflationsrate sagen die Wirtschaftsexperten im Schnitt einen Wert von knapp zwei Prozent voraus. Daher wird die US-Notenbank ihre Leitzinsen vermutlich erst Ende 2011 moderat auf rund ein halbes Prozent anheben. Die noch im Herbst relativ starke Furcht mancher Ökonomen vor einem Double-Dip, einem erneuten Rückfall in die Rezession, ist deutlich zurückgegangen.

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Doch es gibt eine ganze Reihe von Unsicherheitsfaktoren. Ziemlich gespalten sind die Meinungen darüber, was das nach den gerade stattgefundenen Wahlen zugunsten der Republikaner verschobene Kräfteverhältnis in Washington für die Wirtschaft bedeuten wird. Während ein Teil der Ökonomen glaubt, dass ein möglicher politischer Stillstand für die verbleibenden beiden Amtsjahre von Präsident Barack Obama gute Nachrichten für die wirtschaftliche Erholung sind, beharrt ein anderer Teil auf den geplanten Reformen.

Fazit Die Arbeitslosigkeit ist das zentrale Problem. Bleibt sie hoch, lahmt der Konsum. Weil Obama keine neuen Schulden machen kann, flutet Notenbankchef Bernanke die Märkte mit Dollar. Der bleibt schwach und die Inflationsgefahr wächst.

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