Konjunkturausblick: "2013 wird schwach, starke Erholung in 2014"

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Konjunkturausblick: "2013 wird schwach, starke Erholung in 2014"

Der deutschen Wirtschaft steht nach Einschätzung der DZ Bank ein schwaches Jahr bevor. Dank China und den USA werde sich die Weltwirtschaft aber erholen. 2014 sei dann mit deutlichem Wachstum zu rechnen.

Die Frankfurter DZ Bank prophezeit der deutschen Wirtschaft ein mageres Jahr 2013. "Ich gehe im ersten Quartal von recht hektischen Zeiten aus", sagte Stefan Bielmeier, der Chefvolkswirt der Bank. In puncto wirtschaftlicher Entwicklung sollen die USA, China und Deutschland ab dem zweiten Quartal dann die Musterschüler sein. Ausgehend von China und den USA werde sich die gesamte Weltwirtschaft allmählich erholen. Der amerikanische Immobilienmarkt werde sich erholen, in China kurbeln die geldpolitischen Maßnahmen die Wirtschaft an und dank des nachlassenden Spardrucks im Euroraum sei 2014 wieder mit deutlichem Wachstum zu rechnen, sagte der Ökonom.

Bis 2014 werde die Euro-Zone aber noch mit der Schuldenkrise zu kämpfen haben. "Der Ausblick für die Euro-Zone ist auf kurze Sicht zwar noch etwas eingetrübt, aber mittelfristig wird er besser, weil die verschiedenen Maßnahmen greifen werden", ist sich Bielmeier sicher. Er prophezeit allerdings auch, dass Frankreich wegen seiner unzureichenden Reformen unter Druck geraten werde. Zudem erhöhe die Parlamentswahl in Italien die politische Unsicherheit.

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Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

"Zwei Dinge stabilisieren die Nachfrage in Deutschland: der private Konsum und die Bauwirtschaft", stellte Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft der DZ Bank, fest. Deutschland komme zu gute, dass sich die Exportwirtschaft in den vergangenen Jahren immer mehr auf außereuropäische Länder konzentriert habe. "Nach einem schwierigen Jahr 2013 wird es 2014 eine kräftige Erholung geben", sagte Holstein. Für Deutschland prognostizieren die DZ-Bank-Analysten für das kommende Jahr ein Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 rechnen sie schon mit einem Plus von 2,2 Prozent.

Weitere Artikel

Von dieser Erholung werde auch der Dax profitieren. Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ Bank, sieht den Leitindex zum Ende des kommenden Jahres bei 7800 Punkten. Das wäre zum jetzigen Stand von rund 7250 Punkten noch ein Plus von knapp acht Prozent. Um den Dax kämen Anleger 2013 nicht herum, urteilt Kahler. Dagegen rät er von festverzinslichen Papieren ab. "Anleihen sind für die langfristige Vermögensanlage unattraktiv." Staatsanleihen lohnten sich höchstens noch als Alternative zu Geldmarktprodukten, die noch weniger Rendite böten.

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