Konjunkturkommentar: Fed legt den Keim zur nächsten Krise

kolumneKonjunkturkommentar: Fed legt den Keim zur nächsten Krise

Kolumne

Im Kampf gegen die Finanzkrise reißt die amerikanische Notenbank die Geldschleusen immer weiter auf. Doch damit erzeugt sie vor allem mehr Inflation – und neue Risiken.

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die Finanzkrise immer bedrohlichere Ausmaße annimmt, dann hat ihn die US-Notenbank jetzt geliefert: In einer beispiellosen Aktion stellt sie den Märkten 200 Milliarden Dollar zusätzlich zur Verfügung, indem sie Staatsanleihen (unter anderem) gegen hypothekenbesicherte Wertpapiere tauscht. Die üblichen Offenmarktgeschäfte eingerechnet, will die Fed damit insgesamt 400 Milliarden Dollar in den Markt pumpen.

Es ist nicht der erste, aber der bisher umfangreichste Versuch dieser Art, den Märkten aus der Patsche zu helfen. Ergänzt wird das Care-Paket der Notenbank durch aggressive Zinssenkungen – seit Mitte vergangenen Jahres hat die Fed den Leitzins von 5,25 auf 3,0 Prozent heruntergeprügelt. Geholfen hat das alles bisher aber nicht viel. So sind etwa die Risikoaufschläge, die für die Absicherung von Unternehmensanleihen gezahlt werden, seit vergangenem Herbst praktisch ungebremst in die Höhe geschossen.

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Trotzdem dürfte die Fed die Geldschleusen noch weiter öffnen. Bei den nächsten Zinsentscheidungen in der kommenden Woche und Ende April werden weitere Senkungen des Leitzinses erwartet – mindestens um jeweils 0,5 Punkte auf dann 2,0 Prozent. Doch das ist ein gefährlicher Kurs. Denn der Erfolg ist äußerst fraglich. So hat die Fed selbst schon eingeräumt, dass die Effekte sinkender Zinsen derzeit begrenzt sind, weil die Banken den Zinsvorteil angesichts der Verwerfungen am Geldmarkt in weit geringerem Umfang weiterreichen als gewöhnlich.

Doch die überschüssige Liquidität wird sich ihren Weg bahnen – in die Preise. Die Inflationsrate ist zuletzt schon in die Höhe geschnellt, längst macht die Angst vor einer Stagflation die Runde, also einer üblen Mischung aus niedrigem Wirtschaftswachstum und kräftig steigenden Preisen. Hinzu kommt die Gefahr neuer Preisblasen bei Vermögenswerten. Nach dem Dotcom-Crash hatte die lockere Geldpolitik der Fed die Entstehung der Blase auf dem US-Immobilienmarkt begünstigt, die jetzt platzt und damit Auslöser der aktuellen Krise ist. Wenn die Notenbank jetzt wieder die Zinsen zu stark senkt, macht sie innerhalb kurzer Zeit zweimal den gleichen Fehler – und legt den Keim für die nächste Krise.

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