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Konjunkturkommentar: Fed legt den Keim zur nächsten Krise

Kolumne von Rolf Ackermann

Im Kampf gegen die Finanzkrise reißt die amerikanische Notenbank die Geldschleusen immer weiter auf. Doch damit erzeugt sie vor allem mehr Inflation – und neue Risiken.

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die Finanzkrise immer bedrohlichere Ausmaße annimmt, dann hat ihn die US-Notenbank jetzt geliefert: In einer beispiellosen Aktion stellt sie den Märkten 200 Milliarden Dollar zusätzlich zur Verfügung, indem sie Staatsanleihen (unter anderem) gegen hypothekenbesicherte Wertpapiere tauscht. Die üblichen Offenmarktgeschäfte eingerechnet, will die Fed damit insgesamt 400 Milliarden Dollar in den Markt pumpen.

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Es ist nicht der erste, aber der bisher umfangreichste Versuch dieser Art, den Märkten aus der Patsche zu helfen. Ergänzt wird das Care-Paket der Notenbank durch aggressive Zinssenkungen – seit Mitte vergangenen Jahres hat die Fed den Leitzins von 5,25 auf 3,0 Prozent heruntergeprügelt. Geholfen hat das alles bisher aber nicht viel. So sind etwa die Risikoaufschläge, die für die Absicherung von Unternehmensanleihen gezahlt werden, seit vergangenem Herbst praktisch ungebremst in die Höhe geschossen.

Trotzdem dürfte die Fed die Geldschleusen noch weiter öffnen. Bei den nächsten Zinsentscheidungen in der kommenden Woche und Ende April werden weitere Senkungen des Leitzinses erwartet – mindestens um jeweils 0,5 Punkte auf dann 2,0 Prozent. Doch das ist ein gefährlicher Kurs. Denn der Erfolg ist äußerst fraglich. So hat die Fed selbst schon eingeräumt, dass die Effekte sinkender Zinsen derzeit begrenzt sind, weil die Banken den Zinsvorteil angesichts der Verwerfungen am Geldmarkt in weit geringerem Umfang weiterreichen als gewöhnlich.

Doch die überschüssige Liquidität wird sich ihren Weg bahnen – in die Preise. Die Inflationsrate ist zuletzt schon in die Höhe geschnellt, längst macht die Angst vor einer Stagflation die Runde, also einer üblen Mischung aus niedrigem Wirtschaftswachstum und kräftig steigenden Preisen. Hinzu kommt die Gefahr neuer Preisblasen bei Vermögenswerten. Nach dem Dotcom-Crash hatte die lockere Geldpolitik der Fed die Entstehung der Blase auf dem US-Immobilienmarkt begünstigt, die jetzt platzt und damit Auslöser der aktuellen Krise ist. Wenn die Notenbank jetzt wieder die Zinsen zu stark senkt, macht sie innerhalb kurzer Zeit zweimal den gleichen Fehler – und legt den Keim für die nächste Krise.

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.03.2008, 10:42 UhrAnonymer Benutzer: Luzifer

    Die Amis fahren zur Hölle, und Dank unfähiger Politiker und banker in der EU wir gleich mit!
    Es ist unfassbar, daß europäische banken (allen voran die halbstaatlichen institute) sich die faulen Papiere andrehen haben lassen. Die Zeche darf der Steuerzahler berappen.
    So schneiden die Amis der ganzen Welt wieder Mal die Haare.
    Eine bande von Verbrechern hat - unter den Augen der Aufsichtsorgane - Schulden in (angeblich) werthaltige Anlagen verwandelt.
    An sich ist dieser betrug gewaltig, denn die Realitäten sind ja nicht wertlos. irgendwann werden sich diese Abschreibungen dann in stille Reserven verwandeln, und es wird jemand - auf Kosten der allgemeinheit - sehr gut daran verdient haben.
    Chapeau! Das muß den Spekulanten erst jemand nachmachen!
    Aber demnächst kann man ja das nächste handelbare Papier bekommen. Das ist dann nichtmal auf Grund und boden (die ja nicht vermehrbar sind) sondern auf Luft (CO2) basierend!
    Dieser "Zertifikatehandel" ist der Traum jedes Spekulanten, nämlich aus Luft Geld zu machen.
    Auf die Finanzhaie hinzuprügeln ist billig. Möglich wurde der Skandal doch erst, weil die Politiker keine Ahnung von Wirtschaft haben, und den Haien nicht rechtzeitig gesetzliche Fesseln angelegt haben.
    We let the blind men lead the way too long...

    Den Amis ist in Wahrheit der Dollarverfall sehr recht: Es liegt an ihnen, wie sehr sie ihre Schuldner betrügen wollen, indem sie ihre Währung entwerten. Denn - wie der Herr bernanke sagte - können sie Geld drucken, soviel sie wollen. im inland ist ihnen das auch egal, und dem Export nützt es, den import bremst es.

  • 17.03.2008, 10:30 UhrAnonymer Benutzer: Bischof Wixa

    Wir zahlen jetzt den Preis für die integration der Milliardenvölker China und indien. Denn was ist eigentlich passiert: Die Nachfrage aus China und indien pushte die weltweite Nachfrage und die Rohstoffpreise. Woraufhin die Fed gezwungen war den Leitzins auf 5,25 % zu erhöhen. Dies verteuerte Kredite in den USA. Der amerikanische Konsument, der sein Dasein fast nur schuldenfinanziert, konnte die Hypothekenschulden durch der gestiegenen Zinslast jetzt nicht mehr begleichen. 150 milliarden $ an Krediten müssen jetzt abgeschrieben werden. und was ist eigentlich mit Autokrediten, Studentenkrediten usw in den USA??? Auch bei anders besicherten Krediten kann es noch zu Zahlungsaufällen kommen. Die Fed senkt jetzt Zinsen und erhöht die Liquidität. Die Rohstoffpreise steigen vor allem wegen Knappheit aber immer weiter. Zudem wird der Dollar schwächer, was der importlastigen Nation USA teuer zu stehen bekommt. Der inflation ist somit Tür und Tor geöffnet. Wie die USA aus diesem Teufelskreis wieder rauskommen wollen, ist mir schleierhaft. Wer denkt, dass diese Krise in ein paar Monaten überstanden ist, hat keine Ahnung. Wenn die Rohstoffkosten immer weiter steigen, gibt es irgendwann eine globale Krise. in Deutschland wäre das gleiche passiert, wenn der Eurokurs uns nicht halbwegs schützzen würde.

  • 16.03.2008, 18:04 UhrAnonymer Benutzer: standpunkt

    sehr interessant, wie unisono die kommentare zu diesem artikel sind... und wie gut, wenn man noch recht jung ist und so gut wie nichts hat, das verloren werden kann *lach*

    zu schade allerdings auch, dass all diese inkompetenten schlipsträger nicht in reichweite sind - ich würde ihnen gerne den knoten so fest ziehen, dass er nie mehr rutscht und farbe gibt...

    zugleich,
    arme welt.
    man kann nur hoffen, dass dieses sich immer weiter hochschaukelnde weltweite dilemma nicht zu einer globalen gefühlseruption all der betroffenen, hintergangenen und betrogenen führt - dann ist der 3. WELTkrieg näher als geahnt... wie kam es nochmal zum 2.???

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