Konjunkturkommentar: Mit Vollgas in die Mangelwirtschaft

kolumneKonjunkturkommentar: Mit Vollgas in die Mangelwirtschaft

Kolumne

Mit ihren Forderungen nach staatlichen Obergrenzen für Spritpreise und Managergehälter greifen die Politiker immer tiefer in die planwirtschaftliche Mottenkiste.

Es kam, wie es kommen musste. Der Höhenflug der Rohstoffpreise hat jetzt auch Deutschlands Politiker auf den Plan gerufen. Nachdem der Preis für einen Liter Superbenzin die Marke von 1,50 Euro ins Visier genommen hat, forderte der saarländische SPD-Vorsitzende Heiko Maas, „der Preistreiberei ein Ende zu setzen“ und staatliche Obergrenzen für die Spritpreise festzulegen. Linkspartei-Fraktionschef Gregor Gysi durfte bei soviel staatlicher Fürsorge für die Bürger natürlich nicht fehlen: „Die Abzockerei der Energiekonzerne muss endlich gestoppt werden“, verlangte er.

Die Forderungen von Maas und Gysi mögen der Wut über die anhaltende Kletterpartie der Rohstoffpreise entsprungen sein, ökonomisch wäre ihre Umsetzung jedoch eine Katastrophe. Jeder ABC-Schütze der Volks- und Betriebswirtschaftslehre weiß, wie wichtig die freie Preisbildung für das Funktionieren der Wirtschaft ist. Marktpreise signalisieren Knappheiten von Gütern, geben Anreize zur Änderung von Angebot und Nachfrage und bringen so die Märkte wieder ins Gleichgewicht. Staatliche Eingriffe behindern diesen Mechanismus und führen in die Mangelwirtschaft. Konkret: Würde die Regierung eine Obergrenze für den Absatzpreis von Benzin festlegen, fielen bei steigenden Bezugskosten an der Tankstelle Verluste an. Die Folgen einer solchen Politik kann man in China beobachten. Dort hat die Regierung mit Preiskontrollen auf den Höhenflug des Ölpreises reagiert. Daraufhin schränkten die Mineralölkonzerne den Spritverkauf ein, an den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, Treibstoffe mussten rationiert werden.

Anzeige

Wer Preisobergrenzen und staatliche Preiskontrollen fordert, ist entweder ökonomisch ignorant oder von hemmungslosem Populismus getrieben. Das gilt auch für jene Politiker, die angesichts der – freilich nicht zu leugnenden – Raffke-Mentalität mancher Unternehmenslenker nun gesetzliche Obergrenzen für Managergehälter fordern. Die Konsequenzen einer solchen Lohnobergrenze liegen auf der Hand: Viele Top-Manager würde ins Ausland abwandern. Selbst im kommunistischen Kuba hat man mittlerweile verstanden, dass Preis- und Lohnkontrollen kontraproduktiv sind. Präsident Raúl Castro hat deshalb die staatlichen Lohnobergrenzen gerade abgeschafft.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%