Konjunkturkommentar: So sicher wie das Amen in der Kirche

kolumneKonjunkturkommentar: So sicher wie das Amen in der Kirche

Kolumne

Der Arbeitsmarkt boomt weiter, trotz schwächelnder Konjunktur. Doch Vorsicht: Über die Zukunft sagt das nichts aus – zumal die Zahlen schlechter sind, als sie aussehen.

Nanu? Seit Monaten sind die Zeitungen voll mit Horrormeldungen über die Konjunktur, und jetzt das: Der Arbeitsmarkt boomt weiter, als wäre nichts gewesen. Im Juni waren nur noch 3,16 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit, 528 000 weniger als ein Jahr zuvor. Und die Unternehmen stellen weiter kräftig ein. So waren im April (neuere Zahlen gibt es noch nicht) 27,34 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, rund 600 000 mehr als vor einem Jahr. Die Erwerbstätigenzahl lag im Mai mit 40,27 Millionen sogar um 618 000 höher als im Mai 2007.

Sind all die düsteren Szenarien also übertrieben? Vorsicht. Denn die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagen nichts über die zukünftige Entwicklung aus. Der Arbeitsmarkt ist ein sogenannter nachhinkender Indikator, der erst mit einiger Verzögerung auf die Konjunktur reagiert. Fakt ist: Derzeit braut sich ein Unwetter über der Weltwirtschaft zusammen. Und dass dieses eines Tages auch den deutschen Arbeitsmarkt erfasst, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Hinzu kommt, dass die aktuellen Zahlen besser aussehen, als sie sind. So liegt die tatsächliche Unterbeschäftigung wohl noch immer jenseits der Fünf-Millionen-Marke, wenn man zum Beispiel die Arbeitslosen dazurechnet, die in Programmen der Bundesagentur für Arbeit geparkt sind und deshalb nicht in der Statistik erscheinen. Die OECD charakterisiert die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt in ihrem neuen Beschäftigungsausblick denn auch als „verbessert, aber weiter problematisch“. Ihre Prognose: Der Abbau der Arbeitslosigkeit dürfte spätestens im kommenden Jahr zum Stillstand kommen – und Deutschland damit weiter hinter dem OECD-Durchschnitt und auch den 15 „alten“ EU-Ländern hinterherhinken.

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Es gibt also noch reichlich zu tun, zumal man die Messlatte in Berlin schon mal höher legt: „Vollbeschäftigung ist möglich“, verspricht SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Damit hat er sogar recht. Dumm nur, dass die SPD dafür genau den falschen Kurs einschlägt. Denn die von ihr geforderten Mindestlöhne würden geradewegs zurück ins Zeitalter rapide steigender Massenarbeitslosigkeit führen – gerade jetzt, angesichts des bevorstehenden Abschwungs.

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