Konjunkturkommentar: Sparbuch statt Schrankwand

kolumneKonjunkturkommentar: Sparbuch statt Schrankwand

Kolumne

Die Konsumenten drohen als Konjunkturstütze in diesem Jahr auszufallen. Schuld daran ist vor allem die galoppierende Inflation.

Der private Verbrauch wird die hochgesteckten Erwartungen enttäuschen“ – das schrieb die „WirtschaftsWoche“ im Dezember 2007 in einer Vorausschau auf die Konjunktur 2008. Diese Meinung hatten wir damals (und in den Monaten danach) ziemlich exklusiv. Viele Politiker, Analysten und Forschungsinstitute überboten sich mit optimistischen Prognosen, wie stark der Konsum dank höherer Löhne und sinkender Arbeitslosenzahlen nach Jahren des Siechtums anziehen und die Binnenkonjunktur ankurbeln werde.

Und nun? Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist im April um 1,7 Prozent zum Vormonat gesunken, nachdem er bereits im März um 2,2 Prozent geschrumpft war. Autoverkäufe und Tankstellenumsätze eingerechnet, gab es sogar einen regelrechten Absturz um 3,3 Prozent. Besserung ist nicht in Sicht: Für Juni prognostiziert die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einen deutlichen Rückgang ihres Konsumklima-Indikators.

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Es bedarf nur wenig Fantasie, um die Ursache der Misere zu benennen: Es ist vor allem die galoppierende Inflation, die die Kauflust abwürgt. Die Teuerungsrate könnte in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit 15 Jahren klettern – zumal nach Heizöl, Sprit und Lebensmitteln nun auch die Preise vieler Dienstleistungen anziehen. Weil Energie und Personal immer teurer werden, schrauben vor allem Gastronomen und Hoteliers die Preise nach oben – Segmente, in denen die Preiselastizität der Nachfrage höher sein dürfte als etwa beim Sprit.

Die steigenden Preise treiben die Bürger offenbar zunehmend in eine Art Konsumentenstreik. Auch mit Blick auf die unsicheren Konjunkturaussichten tragen die Leute ihr Geld derzeit lieber zur Bank, anstatt sich neue Autos, Hi-Fi-Geräte und Schrankwände zu kaufen. Die Sparquote in Deutschland ist im ersten Quartal gegenüber der Vorperiode um satte 5,2 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent nach oben geschossen und liegt mittlerweile auf dem höchsten Stand der vergangenen acht Jahre.

Wer einen Rettungsanker für die schwankende Konjunktur sucht, sollte daher lieber nicht auf die Verbraucher bauen. Wir bleiben dabei: „Der private Konsum wird die hochgesteckten Erwartungen enttäuschen.“

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