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Konjunkturpakete: Teuer, aber nützlich

von Henning Krumrey

Es waren Milliarden, die die Bundesregierung in Form von Fördergeldern, Staatsbürgschaften und Abwrackprämien in die deutsche Wirtschaft gepumpt hat. Eine erste Bilanz.

Aus Vermögen Schrott machen Quelle: Laif
Aus Vermögen Schrott machen. Die Abwrackprämie vernichtete Fahrtüchtige Wagen Quelle: Laif

Das Eingeständnis ist für Ordoliberale schmerzhaft: All die Hilfsprogramme, Sonderkredite und Staatsbürgschaften, mit denen die Bundesregierung zwischen 2008 und 2010 die Finanz- und Wirtschaftskrise bekämpft hat, verstoßen gegen die Regeln der Marktwirtschaft – und haben bestens funktioniert.

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Eine detaillierte Bilanz für alle Maßnahmen liegt noch nicht vor, da manche Programme derzeit noch auslaufen. Kernstücke des Paketes waren:

Die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes überbrückte für Millionen Beschäftigte und Tausende Betriebe den Nachfrageausfall. Zum Höhepunkt der Krise, im Mai 2009, kassierten 1,52 Millionen Arbeitnehmer in gut 63 000 Unternehmen Kurzarbeitergeld. Die Stütze half vor allem kleinen und kleinsten Firmen.Die Regierung senkte die Beiträge zur Krankenversicherung ebenso wie den Eingangssteuersatz; der Grundfreibetrag stieg. Dazu gab es höhere Abschreibungen für Handwerkerleistungen und Investitionen.In den Konjunkturpaketen I und II kurbelte der Staat mit opulenten Zuschüssen private und öffentliche Investitionen an – von der Wärmedämmung des Einfamilienhauses bis zur Sanierung von Schulen und dem Computerkauf für die Bundesministerien.Der Wirtschaftsfonds Deutschland, angesiedelt bei der KfW Bankengruppe, stellte Kredite und Bürgschaften über 115 Milliarden Euro bereit. Der befürchtete Ansturm blieb aus. Insgesamt bekamen rund 20 000 Unternehmen hieraus Hilfen von rund 14 Milliarden Euro ausgezahlt – rund zwei Drittel der beantragten Summe. 95 Prozent der Gelder gingen an den Mittelstand.Die KfW lobte in mehreren Programmen 52,5 Milliarden Euro aus – aber nur 13,9 Milliarden Euro wurden zugesagt. Bei rund 100 dieser Kredite kam es bislang zu Zahlungsausfällen oder gar Pleiten.

Herz für Mittelstand

Die Abwrackprämie von 2500 Euro sollte den Autoabsatz stabilisieren. Es profitierten vor allem die Hersteller kleinerer Fahrzeuge – und damit auch ausländische Marken. Der Topf mit fünf Milliarden Euro war schnell leer.Für Unternehmen – insbesondere Mittelständler –, die bei ihrer Bank kein Geld mehr bekamen, hatte der damalige Wirtschaftsminister Rainer Brüderle den „Kreditmediator“ eingesetzt. Mehr als 1000 Firmen meldeten sich Hilfe suchend an den Vermittler. Ende des Jahres endet seine Tätigkeit; seit Monaten schon meldet das ifo Institut Entwarnung an der Kredithürde.

Der Trost für alle Ordoliberalen: Die negativen Spätfolgen der stattlichen staatlichen Stütze sind auch schon zu besichtigen. Die Verschuldung der Bundesrepublik Deutschland ist in den vergangenen drei Jahren um 400 Milliarden Euro emporgeschnellt.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.09.2011, 12:47 UhrAnonymer Benutzer: mathias

    Herr Krumrey, Sie schreiben hier für eine Wirtschaftszeitung

    und wir die Leser verstehen etwas davon,wenn auch nicht viel

    um ihren beitrag zu verstehen!

  • 08.09.2011, 11:54 UhrAnonymer Benutzer: MV

    Geehrter Herr Krumrey, es gibt auch noch uns klassische Liberale, und für uns sind selbst Ordoliberale verkappte Sozialisten. Um nur auf EiNEN Punkt ein zu gehen: Das Kurzarbeitergeld hat in verschiedenen Großunternehmen dafür gesorgt, dass man die Mitarbeiter wg. Produktionsausfall nach Hause schickte, obwohl es für diese jede Menge sinnvoller Arbeit gegeben hätte. in einem Unternehmen, wo die Förderbänder rund um die Uhr liefen, hätte man eine Zwangspause von mehreren Woche hervorragend dafür verwendet können, die Technik vernünftig zu überholen. Nachdem die bänder dann wieder anlaufen, kommt dem Unternehmen dass durch geringere Störhäufigkeit zu Gute. So wurde stattdessen das technische Personal jedoch in Kurzarbeit geschickt, auf Kosten der Steuerzahler, die Technik ist immer noch so Störanfällig wie vorher, wobei jener Konzern selbst in einem solchen Jahr satte Gewinne erwirtschaftete. Das nichttechnische Personal hingegen hätte man in Fortbildung o.Ä. schicken können. So sorgen über Pump finanzierte falsche Anreize für ein absurdes Verhalten der betriebe. bei den anderen Punkten verhält es sich ähnlich - die zusätzliche Verschuldung ist nur EiN Punkt.

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