Konjunkturprognose Deutschland: Binnennachfrage treibt 2015 die Wirtschaft an

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Konjunkturprognose Deutschland: Binnennachfrage treibt 2015 die Wirtschaft an

, aktualisiert 07. Januar 2015, 15:39 Uhr
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Arbeiter im BMW-Werk in München.

Die NordLB blickt optimistisch in das kommende Jahr und rechnet mit Wachstum dank der starken Binnennachfrage. Das IMK-Institut fordert mehr Investitionen für den Kampf gegen eine Deflation.

Deutschlands Wirtschaft wird nach einer Konjunkturprognose der NordLB 2015 von einer starken Binnennachfrage profitieren. Unter dem Strich erwartet die Landesbank nach Angaben vom Mittwoch ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Den Optimismus für die deutsche Konjunktur begründet die Bank mit dem hohen Beschäftigungsniveau und den erwarteten guten Tarifabschlüssen.

Innerhalb der Euro-Zone mit ihren weiter niedrigen Zinsen sehen die Analysten neben dem Risiko einer Deflation - also einer gefährlichen Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft - ein Anhalten der Krise in den Südländern. Eine erste Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet NordLB-Vorstand Thomas Bürkle erst 2016. "In den USA dagegen scheint die Zinswende schon ausgemachte Sache zu sein." Beim Ölpreis rechnet Bürkle nach dem rasanten Preisrutsch der vergangenen Monate mit einer Kehrtwende.

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Auch das gewerkschaftsnahe IMK-Institut warnt vor einer Deflation und rät zu kräftigen Investitionen durch die Euro-Länder, um der EZB im Kampf gegen fallende Preise beizuspringen. Trotz der erwarteten Konjunkturerholung bleibe 2015 die "Gefahr einer Deflation sehr real", teilten die IMK-Forscher am Mittwoch mit.

Mit ihrer lockeren Geldpolitik habe die Europäische Zentralbank (EZB) in den vergangenen zwei Jahren zwar verhindert, dass die akute Krise im Euro-Raum wieder aufflackere. "Doch alleine kann die Zentralbank keine Deflation verhindern und den wirtschaftlichen Trend auch nicht zum Positiven drehen", sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Sie brauche Unterstützung durch eine "investitionsorientierte Finanzpolitik" der Euro-Länder mit finanziellen Spielräumen. "Da passiert noch viel zu wenig, insbesondere in Deutschland."

Im Dezember fielen die Preise in der Euro-Zone erstmals seit mehr als fünf Jahren und nähren damit die Furcht vor einem Verfall auf breiter Front, der sogenannten Deflation. Vor allem wegen des gesunkenen Ölpreises lag die Inflationsrate bei minus 0,2 Prozent. Eine Deflation könnte zu sinkenden Löhnen und weniger Investitionen führen und somit die Wirtschaft lähmen. Die EZB stemmt sich dagegen, denn sie sieht stabile Preise nur bei einer Jahresteuerung von knapp zwei Prozent gewährleistet.

"Die Investitionsschwäche zu überwinden, muss für Europa in diesem Jahr Ziel Nummer eins sein", betonten die IMK-Ökonomen. Dies sei wichtiger als etwa die Entwicklung in Griechenland, wo wegen der Neuwahl das Sparprogramm infrage steht. Für eine erfolgversprechende Investitionsoffensive müssten im Euro-Raum in den kommenden drei Jahren jährlich mindestens 100 Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln ausgegeben werden.

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"Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass der 'Juncker-Plan' mit dem überschaubaren Impuls von 21 Milliarden Euro - die zum Teil lediglich umgeschichtete Mittel sind - Investitionen von insgesamt 315 Milliarden Euro anstoßen kann."

In Deutschland könnte man mit einem nennenswerten Investitionsprogramm zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sagte Horn. "Erstens könnte gerade Deutschland endlich ernsthaft beginnen, den wachstumsschädlichen Investitionsstau in seiner Infrastruktur aufzulösen." Zweitens zöge das Wachstum in Europa kurzfristig spürbar an - "das beste Mittel, um die Deflationsgefahr zu reduzieren."

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