Konjunkturprognose: Forschungsinstitute geben Anlass zum Optimismus

Konjunkturprognose: Forschungsinstitute geben Anlass zum Optimismus

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Die deutsche Exportwirtschaft befürchtet einen drastischen Einbruch in 2009. Doch die Konjunkturindikatoren signalisieren bereits Erholung

Glaubt man den Frühindikatoren der volkswirtschaftlichen Forschungsinstitute, könnte es bereits im Herbst wieder aufwärts gehen mit der Konjunktur. Doch noch hat die Krise die Wirtschaft fest im Griff.

Auch die neuesten Erhebungen zur wirtschaftlichen Lage zeichnen wieder ein düsteres Bild. So schlecht wie heute wurde die Lage im Euroraum seit zehn Jahren nicht mehr eingeschätzt. Doch es gibt auch einen Silberstreif am Horizont, zumindest wenn man den Prognosen vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und dem Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) glauben darf.

Zwar sind die Indikatoren für die Bewertung der aktuellen Lage weiterhin mehr als schlecht, die Entwicklung der nächsten sechs Monate wird jedoch als verhalten optimistisch eingestuft.

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Der Indikator für das Weltwirtschaftsklima des ifo-Instituts hat sich im ersten Quartal 2009 gegenüber den Vorquartalen weiter verschlechtert – zum sechsten Mal in Folge. Aktuell liegt der Wert für die derzeitige wirtschaftliche Lage bei 45,7 Punkte und verschlechterte sich im Vergleich zum Vorquartal um 21,9 Punkte. Diese Verschlechterung betrifft alle Regionen, wobei die Lage in Westeuropa und in Asien schlechter als der Weltdurchschnitt eingeschätzt wird. In Nordamerika entspricht der Indikator dem Weltdurchschnitt, in den übrigen Regionen liegt er leicht über dem Durchschnitt.

Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate verbesserten sich gegenüber dem Vorquartal dagegen leicht um 1,8 Punkte. Seit dem dritten Quartal 2007 war dieser Wert sukzessive gefallen und liegt aktuell bei 54,4 Punkten.

Für die Ermittlung des Weltwirtschaftsklima-Indexes befragt das ifo-Institut vierteljährlich Experten weltweit zur Konjunkturentwicklung und zu anderen Wirtschaftsdaten. An der aktuellen Befragung nahmen 1035 Experten aus 92 Ländern teil.

Forschungsinstitute: Stimmung bessert sich

Auch das ZEW-Konjunkturbarometer, das bereits gestern veröffentlich wurde, zeigt ein ähnliches Bild: Aktuelle Lage mies, aber es scheint wieder bergauf gehen. Ab der Jahresmitte wird sowohl für die deutsche Wirtschaft als auch für den Euroraum ein Ende der Talfahrt und eine allmähliche Erholung erwartet. Für das ZEW-Barometer wurden 310 Analysten und Anleger befragt.

Die aktuelle Lage in Deutschland wurde im Vergleich zum Januar nochmals schlechter bewertet und liegt bei minus 86,2 Punkten (Januarwert: minus 77,1). Auch für die Eurozone sank der Wert für die aktuelle Lage nochmals um 6,3 auf jetzt minus 91 Punkte.

Für Deutschland erreicht der ZEW-Indikator damit den schlechtesten Wert seit November 2003, für den Euroraum bedeutet der aktuelle Wert sogar das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Messungen im Januar 1999.

Anders sieht es dagegen bei der Erwartungshaltung der Analysten aus. Hier fielen die Werte so gut aus wie seit dem Sommer 2007 nicht mehr. Die Aussichten für das nächste halbe Jahr wurden von den Befragten mit 25,2 Punkten besser bewertet als noch im Januar. Der aktuelle Wert liegt bei minus 5,8 Punkte.

Als Grund für die positive Stimmung unter den Analysten nennt ZEW-Präsident Wolfgang Franz die fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen der Regierung. „Außerdem dürften die zurückgehenden Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise den privaten Konsum stützen.“

Exportwirtschaft: Drastischer Einbruch erwartet

Weiterhin schlechte Zahlen liefert dagegen die deutsche Exportwirtschaft. Für 2009 rechnen Branchenvertreter mit dem schlechtesten Jahr seit Gründung der Bundesrepublik. „Wir rechnen mit einem Exporteinbruch von bis zu acht Prozent“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA), Anton Börner dem Handelsblatt.

Auch hier liegt der Grund in der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise. Ist das Schlimmste wirklich bereits im Sommer überstanden oder dauert die Krise vielleicht noch viel länger an? Daher warten wichtige Kunden mit großen Bestellungen derzeit lieber noch oder stornieren ihre Aufträge direkt.

Auch die Forschungsinstitute betonen den Unsicherheitsfaktor in ihren Prognosen. Die positiven Signale seien ein Hoffnungsschimmer, sagte ZEW-Präsident, „nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

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