Konjunkturprognosen: Wirtschaft schwächelt, aber ein Crash droht nicht

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Konjunkturprognosen: Wirtschaft schwächelt, aber ein Crash droht nicht

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Die Wirtschaft in Deutschland wächst laut Konjunkturprognosen in den kommenden Monaten weiter - aber weniger stark als bisher.

Unternehmer, Analysten und Konjunkturexperten gehen von einem Mini-Wachstum für die deutsche Wirtschaft aus. Aufgrund der Schuldenkrise bleiben die Aussichten getrübt, aber Crash-Szenarien seien unrealistisch.

Die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktexperten haben sich erstmals seit März wieder verbessert. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte, kletterte der entsprechende Index im September auf minus 18,2 Punkte nach minus 25,5 Punkten im August. Für eine bessere Stimmung in der Finanzbranche sorgten die Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank und die Billigung des Euro-Rettungsfonds ESM durch das Bundesverfassungsgericht. Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.

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Die Stimmung im deutschen Einzelhandel hat sich wenige Wochen vor dem Start des wichtigen Weihnachtsgeschäfts durch steigende Energiekosten und die anhaltende Eurokrise verschlechtert. Dennoch geht der Handelsverband Deutschland (HDE) von einem Umsatzwachstum für die Branche von nominal 1,5 Prozent für das Gesamtjahr 2012. Real – also bereinigt um die Preissteigerungen – dürfte der Umsatz der Branche auf Vorjahresniveau liegen. Mit rund drei Millionen Beschäftigten sei die Mitarbeiterzahl auf Rekordniveau.

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Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Im ersten Halbjahr stieg zwar der Umsatz der Branche inklusive Preissteigerungen um 2,6 Prozent. Viele Händler berichteten – so der HDE – dennoch von einer schwachen Gewinnentwicklung: Fast jeder zweite Betrieb musste im ersten Halbjahr hier Einbußen hinnehmen. Die Sorgen um die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hätten zugenommen. Auch die Euro-Schuldenkrise verunsichere weiter die Unternehmen. Der HDE erwartet trotz alledem ein stabiles Weihnachtsgeschäft für die Branche.

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht Risiken für die deutsche Wirtschaft, aber keinen Grund zur Panik. Im Gegenteil: Die Kölner Experten gehen von einem Mini-Wirtschaftswachstum für 2012 und 2013 aus. Allerdings stellte das IW fest, dass die Ausfuhren in die Länder des Euroraums rückläufig seien und Unternehmen Investitionen meiden würden – trotz des sehr niedrigen Zinsniveaus. Die Folge: Das IW sah sich am Montag gezwungen, seine Prognose aus dem Frühjahr zu korrigieren – nach unten. Für das Jahr 2012 wird nunmehr ein Zuwachs beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von 1,0 Prozent erwartet – im Frühjahr 2012 lag die Prognose bei 1,25 Prozent. Im Jahr 2013 werde die Wirtschaftsleistung um knapp 0,75 Prozent zulegen.

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