Konsum in der Vorweihnachtszeit : Wenn der Deutsche gleichzeitig Sparfuchs und Gönner ist

Konsum in der Vorweihnachtszeit : Wenn der Deutsche gleichzeitig Sparfuchs und Gönner ist

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Zum Weihnachtskonsum der Deutschen gibt es viele Studien – mit vielen unterschiedlichen Ergebnissen.

von Lisa Oenning

Zum Konsumverhalten der Deutschen in der Weihnachtszeit gibt es viele Studien – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal wird er als Sparfuchs dargestellt, manchmal als der große Gönner.

Wie konsumieren die Deutschen in der Vorweihnachtszeit? Eine Frage, auf die es ganz unterschiedliche Antworten geben kann, wie verschiedene Studien zeigen. Dass sie größtenteils zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen, spielt dabei kaum eine Rolle - zumindest nicht für die Auftraggeber der Studien. Schließlich hat man 1000 Deutsche befragt – und damit ist die Befragung repräsentativ. Basta!

Für den Verbraucher kann das schon verwirrend sein - und für Redakteure, die die Pressemitteilungen in ihrem Posteingang finden: "Deutsche geben weniger für Weihnachtsgeschenke aus", titelt die Gesellschaft für Konsumforschung. "Weihnachtskosten kaum woanders so hoch wie in Deutschland", meint der digitale Marktplatz Retail me not. "Die Deutschen sparen auch an Weihnachten", ist die Creditplus Bank überzeugt. Ja, was denn nun?

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In einem Punkt sind sich zumindest alle einig: Die Deutschen geben Geld aus, um ihre Lieben zu beschenken. Mit welchem finanziellen Aufwand – darüber scheiden sich die Geister. Die Gesellschaft für Konsumforschung will herausgefunden haben, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 274 Euro für Geschenke ausgibt. Retail me not spricht von 213 Euro. Und die Creditplus Bank? Die lehnt sich nicht so weit aus dem Fenster: "Die Mehrheit der Deutschen will 100 bis 500 Euro fürs Weihnachtsfest ausgeben." Dieser konkrete Wert ist für die Herausgeber der Studie ein klares Indiz dafür, dass die Konsumlaune in Deutschland getrübt ist. Das zeigt sich aber auch darin, dass jeder Zweite an Weihnachten zuhause selbst kocht, jeder Dritte auf Lichterketten verzichtet und jeder Fünfte weniger für Präsente ausgeben will.

Wie passt das mit den Ergebnissen von Retail me not zusammen? Die deutschen Haushalte geben doch in diesem Jahr 2,3 Prozent mehr Geld fürs Fest aus als noch 2014. Nur die Briten lassen sich das Weihnachtsfest innerhalb Europa mehr kosten. Die Deutschen konsumieren weniger, sind aber spendabler?

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Egal. Es ist auch unwichtig, wie viel Geld man für ein Geschenk ausgibt. Hauptsache, das Präsent kommt von Herzen. Aber was schenken die Deutschen, um ihren Freunden und Verwandten eine Freude zu machen? Will man Retail me not Glauben schenken, kaufen sie hauptsächlich Kleidung und Technik – im Gesamtwert von exakt 103 Euro. Das klassische Buch landet im Ranking nur auf Platz sechs – während der Schmöker bei der Gesellschaft für Konsumforschung unangefochten auf dem Siegertreppchen steht: "Lesestoff ist somit nach wie vor das beliebteste Geschenk." Technik? Die landet auf den hinteren Plätzen.

Was die Studien auch ergeben: Die Deutschen sollten das Weihnachtsfest nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Egal, wie viel Geld sie ausgeben. Egal, ob sie sparen. Egal, was sie ihren Lieben schenken. Egal, wie sich 1000 andere Menschen in der Vorweihnachtszeit verhalten. Dazu braucht es dann auch keine Studien mehr.

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