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Konsumklima: Die Gesellschaft ist gespalten

von Mark Fehr

Der Geschäftsklimaindex des Münchner ifo-Insituts für Wirtschaftsforschung kletterte im Januar von 94,6 auf 95,8 Punkte. Die 7000 von den ifo-Experten befragten Unternehmen aus Industrie, Bau und Handel sind zuversichtlich, dass sie in den kommenden sechs Monaten deutlich bessere Geschäfte machen werden.

Mit einem Gutschein soll der Quelle: dpa
Mit einem Gutschein soll der Konsum angekurbelt werden Quelle: dpa
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Auch die aktuelle Lage ihrer Unternehmen schätzen viele Manager besser ein. „Die wirtschaftliche Erholung setzt sich zu Beginn des neuen Jahres fort“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Zwar nutzten die Industriebetriebe ihre Kapazitäten immer noch unterdurchschnittlich, die Auslastung der Maschinen und Anlagen sei jedoch längst nicht mehr so schwach wie im vergangenen Herbst.

Der am Dienstag aus München gemeldete höchste Stand des ifo-Geschäftsklimas seit 18 Monaten veranlasst die Volkswirte großer Kreditinstitute zu optimistischeren Konjunktureinschätzungen. Postbank, Commerzbank und die Landesbank Hessen Thüringen sehen Aufwärtspotential für das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2010.

Aussicht auf mehr Wirtschaftswachstum

Wie das Handelsblatt schrieb, dürfte auch die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2010 leicht anheben. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) werde nach Einschätzung des Bundeswirtschaftministeriums in diesem Jahr um 1,4 Prozent zulegen.

Noch im Herbst war man in Berlin von 1,2 Prozent BIP-Wachstum ausgegangen. Die offiziellen Zahlen wird Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch im Rahmen seines Jahreswirtschaftsberichts bekannt geben.

Deutschlands Konsumenten teilen den leicht steigenden Konjunkturoptimismus von Unternehmen und Regierung jedoch nicht. Während sich das ifo-Geschäftsklima weiter aufhellt, fröstelt die Stimmung der Verbraucher: Das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) monatlich erhobene Konsumklima wird sich im kommenden Monat voraussichtlich weiter abkühlen.

Konsumenten bangen um ihre Jobs

Der am Montag für Februar bekannt gegebene Wert des GfK-Barometers sinkt von 3,4 auf 3,2 Punkte. „Vor allem der drohende Anstieg der Arbeitslosigkeit spielt hierfür eine wesentliche Rolle“, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Bei den von den GfK-Interviewern befragten Verbrauchern macht sich Angst vor Entlassungen breit, was die Konsumlaune drückt.

Nach Einschätzung der Nürnberger Konsumexperten wird die Krise 2010 bei den Verbrauchern ankommen. Das liegt auch daran, dass die Beschäftigung später auf die Konjunktur reagiert als andere Indikatoren. Obwohl Deutschland zu den Volkswirtschaften zählt, die am stärksten von der globalen Rezession getroffen wurden, präsentierte sich der Arbeitsmarkt bisher relativ robust.

Doch Unternehmen können nicht ewig Kurzarbeit fahren und dürften ihre Belegschaften demnächst an die trotz Erholung immer noch niedrige Auslastung anpassen. Das wird sich früher oder später auch auf den Konsum auswirken, denn Verbraucher ohne Job kaufen weniger.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.07.2010, 20:13 UhrAnonymer Benutzer: Zukunft

    besten Dank für den Artikel. Hoffentlich lesen ihn sehr viele Politiker. Es wird höchste Zeit, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir in Deutschland die Sparquote freiwillig unter 10 % bekommen, also ohne Steuererhöhungen. Die Schuldenbremse arbeitet. Wer soll mehr Schulden machen, wenn der Staat Deutschland weniger Schulden macht. Griechenland fällt aus. Die Menschen in Deutschland sollten vor dem zu vielen Geldsparen ähnlich gewarnt werden wie vor dem Rauchen.

  • 27.01.2010, 11:57 UhrAnonymer Benutzer: Dietmar

    Die Überschrift hat mit dem inhalt nicht viel zu tun, oder?
    Es geht also um das Konsumklima und die Kaufkraft.
    in einem Land, in dem mehr als jeder Zweite mehr oder weniger vom Staat lebt, insbesondere die vielen gut gestellten Rentner, muss es erst zu massiven Einsparungen des Staates - oder Zahlungsverweigerung der ausgebeuteten noch Arbeitenden - kommen, damit das Konsumgeld weniger wird.

  • 27.01.2010, 10:59 UhrAnonymer Benutzer: AJ

    Eigentlich kommt es genau wie prognostiziert: Während die Situation sich in der Wirtschaft stabilisiert hat bzw. sich sogar schon leicht bessert, kommt es jetzt für den Verbraucher besonders dicke! Die Arbeitslosigkeit wird steigen, die Realeinkommen (weiter) sinken, die Steuern und Abgaben steigen demnächst deutlich. Wer soll denn da noch ernsthaft Lust am binnenkonsum haben? Wirtschaftlich interessant sind aber eher der iFO und die Zahlen zum Export. Schade eigentlich, denn wenn in den USA der Verbraucher hustet, dann bekommt die börse ganz schnell einen Schnupfen. Nicht so in Deutschland.

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