Konsumklima: Hohe Tarifabschlüsse schlagen nur langsam auf Kauflaune durch

Konsumklima: Hohe Tarifabschlüsse schlagen nur langsam auf Kauflaune durch

Bild vergrößern

Die Kauflaune der Deutschen steigt langsam an

Gemischte Aussichten für Kaufleute: Zwar ist der GfK-Konsumklimaindex auf den höchsten Stand seit November geklettert. Doch die Kauflaune der Verbraucher steigt trotz der Aussicht auf höhere Einkommen nur langsam. Für 2008 haben die Marktforscher von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumentenforschung ihre Prognosen bereits gesenkt.

Trotz der Aussicht auf höhere Einkommen steigt die Kauflaune der Verbraucher nur langsam. Das GfK-Konsumklima für April kletterte um 0,1 auf 4,6 Punkte, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute mitteilte. Das ist der höchste Stand seit November. Allerdings gehen die Marktforscher davon aus, dass der private Konsum 2008 nur noch um maximal ein Prozent wächst, wenn die Teuerungsrate weiter deutlich über zwei Prozent bleibt. Bislang hatten sie 1,5 Prozent vorausgesagt.

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und „ansehnliche Tariferhöhungen“ sorgten dafür, dass sich bei der März-Umfrage unter 2000 Deutschen sowohl deren Einkommenserwartungen als auch die Bereitschaft für größere Einkäufe verbesserten. „Nach wie vor ist bei den Bundesbürgern eine gewisse Verunsicherung hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung vorhanden“, erklärte die GfK. Hintergrund dafür seien die Folgen der US-Hypothekenkrise, der starke Euro und die Signale für eine Rezession in den USA.

Anzeige

Nachdem der Indikator für die Konjunkturerwartungen im Februar eingebrochen war, legte er nun um 0,4 auf 15,0 Zähler zu. Die Verbraucher blicken zudem optimistischer als zuletzt auf ihre künftige finanzielle Lage. Dieser Teilindikator stieg auf 1,5 Punkte und kletterte damit erstmals seit September über die Null-Marke. „Die Befragten sind wieder etwas zuversichtlicher, dass Löhne und Gehälter stärker steigen werden als die Inflation und somit Realeinkommenszuwächse möglich sind.“

Die jüngsten Tarifabschlüsse in der Metallindustrie und bei den Lokführern mit gut fünf und über acht Prozent hätten hier Wirkung gezeigt. Die besseren Einkommensaussichten dürften auch dazu geführt haben, dass bei den Menschen das Geld wieder lockerer sitzt. Ihre Anschaffungsneigung kletterte um knapp fünf Punkte auf minus 10,2 Zähler, blieb aber deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 0 Punkten.

„Trotz der nach wie vor vorhandenen Inflationsängste beabsichtigen die Konsumenten offenbar, ihre Kaufzurückhaltung etwas aufzugeben“, hieß es. „Dennoch ist die Verunsicherung aufgrund steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise noch nicht verschwunden.“ Für das gesamte Konsumklima hält es die GfK für verfrüht, von einer Trendwende zu sprechen. Erst wenn sich der Anstieg der Verbraucherpreise verlangsame, würden die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt wieder mehr in den Vordergrund rücken.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%