Konsumklima: Letztes Aufbäumen der Konsumenten

KommentarKonsumklima: Letztes Aufbäumen der Konsumenten

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

Deutschlands Wirtschaft schrumpft, doch die Laune der Konsumenten steigt. Die Daten, die das Statistische Bundesamt und die Gesellschaft für Konsumforschung heute veröffentlicht haben, könnten auf den ersten Blick kaum widersprüchlicher sein. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer.

Während die Beamten aus Wiesbaden einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent meldeten, kam von der GfK die Nachricht, dass der Indikator für das Konsumklima von November auf Dezember von 1,9 auf 2,2 Punkte gestiegen ist.

Ausschlaggebend für die bessere Konsumlaune war, dass sich die Einkommensaussichten und die Anschaffungsneigung der Bundesbürger verbesserten. Die GfK führt das vor allem auf die gesunkenen Energiepreise zurück. Weil die Bürger weniger Geld an der Tankstelle und beim Befüllen ihres Heizöltanks auf den Tisch legen müssen, bleibt mehr für den Einkaufsbummel übrig. Hinzu kommt, dass in vielen Branchen die Tariflöhne deutlich gestiegen sind. Das hat dazu geführt, dass der private Konsum im dritten Quartal um 0,3 Prozent gestiegen ist und  einer der wenigen Lichtblicke bei den Wachstumszahlen war.

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Doch es wäre verfehlt daraus den Schluss zu ziehen, der Konsum könne die deutsche Wirtschaft vor dem Absturz retten. Was wir in den Daten zum Bruttoinlandsprodukt und dem GfK-Index sehen, ist das letzte Aufbäumen der Konsumenten vor dem Kollaps. In den nächsten Monaten wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt drastisch verschlechtern. Die Zahl der Beschäftigten wird sinken und die Zahl der Arbeitslosen kräftig steigen. Experten rechnen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um bis zu 500000 Personen.

Dafür spricht, dass der Arbeitsmarkt mit einer Verzögerung von rund einem halben Jahr auf die allgemeine Konjunktur reagiert. Das ist auch Grund dafür, dass der Konsum in Deutschland erfahrungsgemäß die letzte Bastion ist, die im Abschwung fällt beziehungsweise im Aufschwung sich wieder erholt. Typischerweise gehen Auf- beziehungsweise Abschwünge in Deutschland von den Exporten aus, dann folgen die Investitionen und zuletzt der Konsum.

Die Ausfuhren (minus 0,4 Prozent) und die  Ausrüstungsinvestitionen (minus 0,5) Prozent sind im dritten Quartal bereits geschrumpft. In den nächsten Monaten wird sich ihre Talfahrt angesichts der wegbrechenden Absatzmärkte noch beschleunigen. Die jüngste Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zeigt, dass die Unternehmen daher per saldo planen, die Zahl der Beschäftigten in den nächsten Monaten zu verringern. Spätestens wenn die Bundesagentur für Arbeit  Monat für Monat wieder steigende Arbeitslosenzahlen meldet, wird auch die Konsumlaune der Bürger in den Keller rutschen – und mit ihr die Verbraucherausgaben.

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