Konsumklima: Schwache Binnennachfrage belastet deutsche Wirtschaft

Konsumklima: Schwache Binnennachfrage belastet deutsche Wirtschaft

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Um das Konjunkturplus zu erhalten ist jetzt die Binnennachfrage gefordert

Die schwache Binnennachfrage hat die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal schrumpfen lassen. Die Verbraucher hielten sich mit dem Konsum zurück, während die Unternehmen weniger investierten. Dadurch sank das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni um 0,5 Prozent im Vergleich zum ersten Vierteljahr, bestätigte das Statistische Bundesamt heute eine frühere Schätzung.

Das war das erste Minus seit Sommer 2004. Zu Jahresbeginn hatte es noch ein Plus von 1,3 Prozent gegeben. Experten schließen ein erneutes Minus im Sommerquartal und damit eine Rezession nicht aus. Die Verbraucher gaben 0,7 Prozent weniger für den privaten Konsum aus. Als Grund für die Zurückhaltung gelten die Sorge vor einer längeren Konjunkturflaute und die hohe Inflation, die die Kaufkraft belastet. Eine baldige Belebung ist nicht in Sicht, signalisiert das GfK-Konsumklima für September: Es gab den vierten Monat in Folge nach und ist auf dem niedrigsten Niveau seit rund fünf Jahren.

Die Unternehmen investierten 0,5 Prozent weniger in Maschinen, Anlagen und andere Ausrüstungen. Die Bauinvestitionen schrumpften um 3,5 Prozent. Der deutliche Rückgang war erwartet worden, nachdem wegen des milden Winters viele Projekte schon zu Jahresbeginn beendet werden konnten. Gestützt wurde die Konjunktur vom Außenhandel. Zwar gingen die Exporte um 0,2 Prozent zurück. Da die Importe aber mit 1,3 Prozent noch stärker sanken, ergab sich ein Exportüberschuss.

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Auch der Staat kurbelte die Wirtschaft an: Er steigerte seine Konsumausgaben um 0,3 Prozent. Experten rechnen auch im dritten Quartal mit einer schwachen Entwicklung. „Die Konsumausgaben werden kein Gegengewicht bilden können zu den nachlassenden Exporten und schwächeren Investitionen“, sagte UniCredit-Volkswirt Andreas Rees. „In dem aktuellen Umfeld geben die Verbraucher nicht mehr Geld aus.“

Er rechne daher nur mit einem leichte Wachstum im Sommer, schließt aber auch ein erneut Minus nicht aus. Die BHF-Bank hält ein leichtes Schrumpfen für wahrscheinlicher. „Das ist nicht dramatisch“, sagte BHF-Chefvolkswirt Uwe Angenendt. „Bedenklich stimmt jedoch, dass wir eine starke Abschwächung bei der Produktion haben - und das nicht nur in Deutschland, sondern in fast ganz Europa.“ Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesbank mit einem Wachstum von knapp zwei Prozent. Es dürfte sich 2009 auf etwa ein Prozent halbieren. 2007 hatte die Wirtschaft noch um 2,5 Prozent zugelegt, 2006 waren es sogar 3,0 Prozent.

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