Konsumklima: Verbraucher sorgen für Wirtschaftswachstum

Konsumklima: Verbraucher sorgen für Wirtschaftswachstum

Die Verbraucher bleiben nach Einschätzung der GfK-Marktforscher auch im laufenden Jahr eine wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft.

Die Verbraucher werden die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der GfK-Marktforscher im laufenden Jahr noch stärker ankurbeln als bisher. "Der Konsum spielt eine tragende und überdurchschnittliche Rolle", sagte GfK-Chef Matthias Hartmann der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Ausgaben der privaten Haushalte dürften demnach real um zwei Prozent steigen und damit stärker als im vergangenen Jahr und erneut kräftiger als die Gesamtwirtschaft. "Unsere Schätzung ist konservativ", erläuterte Hartmann. "Wenn es gut läuft, kann es ein Schluck mehr werden."

GfK-Konsumklima Flüchtlingskrise drückt Kauflaune

Das Konsumklima verschlechtert sich zum dritten Mal nacheinander. Das berichtet die Gesellschaft für Konsumforschung. Als Hauptgrund nennt die sie die Flüchtlingskrise.

Tüten  Quelle: dpa

Dank der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedrigerer Preise für Benzin und Heizöl haben die Verbraucher mehr Geld in der Tasche - und geben es nach Einschätzung der GfK auch aus. Denn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) nehme den traditionell Sparbuch-verliebten Deutschen die Lust daran, Geld zurückzulegen. "Die Sparneigung wird nicht motiviert", so Hartmann. Besonders bei größeren Ausgaben werden sich die Konsumenten der Prognose zufolge freigiebig zeigen: "Erlebnisreisen, Renovierungen, neue Küchen und Möbel sind gefragt." Lebensmittelhändler und Drogerien dürften dagegen lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent und die übrigen Einzelhändler durchschnittlich mit 1,7 Prozent rechnen. "Die Leute gehen aus, und sie achten auf Qualität", ergänzte der GfK-Chef. "Das sind typische Indizien für Zeiten, in denen es den Menschen gutgeht."

Die Risiken durch die Flüchtlingskrise und ein mögliches Auseinanderdriften der EU, durch Terrorismus und die Schwäche von Schwellenländern dürften die Kauflaune kaum trüben. "Die Realität im Portemonnaie der Verbraucher sieht anders aus. Die sehr guten innerdeutschen Rahmenbedingungen überlagern die potenziellen Gefahren von außen." Zu den Risiken zähle auch der Energiepreis-Verfall, von dem die Verbraucher bisher stark profitierten, der sich aber mittel- und langfristig als Bumerang erweisen könne. Wenn betroffene Branchen ihre Investitionen verringerten, könnte sich dies negativ auf die Arbeitsplätze in Deutschland auswirken.

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Im vergangenen Jahr stiegen die Konsumausgaben der Privathaushalte in Deutschland nach Daten der EU-Kommission um 1,9 Prozent. Das waren 0,4 Punkte mehr, als die GfK zu Jahresbeginn prognostiziert hatte. Die deutsche Wirtschaft, die im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zulegte, dürfte 2016 nach Einschätzung der Bundesregierung im selben Tempo weiterwachsen, während die EU-Kommission der größten Volkswirtschaft Europas ein Plus von 1,9 Prozent zutraut.

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1 Kommentar zu Konsumklima: Verbraucher sorgen für Wirtschaftswachstum

  • Die Anschaffungsneigung ist völlig uninteressant. Auch das Konsumklima wirkt, wenn überhaupt, nur indirekt. Entscheidend sind die die Käufe von Gütern und Dienstleistungen. Wie viele zusätzliche Güter und Dienstleistungen vertragen die Menschen, wenn sie gesund bleiben und ihre Lebenszeit aktiv nutzen wollen? Lebt der Mensch für den Konsum? Diese Antwort entscheidet über die Wachstumschancen. Da mag die GfK umfragen, was sie will.

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