Konsumklimaindex: Schuldenkrise lässt Verbraucher kalt

Konsumklimaindex: Schuldenkrise lässt Verbraucher kalt

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Die aktuelle Konsumklimastudie zeigt: Die Deutschen sind weiter in Kauflaune.

Quelle:Reuters

Währungskrise, Griechenland wackelt, Arbeitslosigkeit im Euro-Raum: Das alles kann den deutschen Verbraucher nicht die Kauflaune verderben. Das Konsumklima bleibt stabil.

Die verschärfte Schuldenkrise lässt die Deutschen bislang kalt. Das Konsumklima bleibt nach einer Verbraucherumfrage der GfK-Markforscher im Juni stabil, obwohl die Diskussion um einen Euro-Austritt Griechenlands Firmen und Finanzmärkte stark verunsichert. Das Barometer blieb mit 5,7 Punkten unverändert, teilte die GfK am Freitag mit. Zuvor war es zwei Monate in Folge gesunken. „Damit stabilisiert sich das Konsumklima wieder und startet robust in den Sommer“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Verbraucher schätzten die Konjunkturaussichten deutlich besser ein und wollen mehr Geld für teure Anschaffungen ausgeben. Trotz eines leichten Rückgangs bleiben ihre Einkommenserwartungen auf hohem Niveau.

Die Deutschen sind aber nicht immun gegen die Gefahren, die von einem möglichen Abschied Griechenlands aus der Währungsunion ausgehen. „Sollten sich die Ereignisse um Griechenland und andere Euro-Länder weiter zuspitzen oder gar eskalieren, könnte dies die positive Konsumkonjunktur schnell zum Stillstand bringen“, warnte Bürkl. In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft grassiert die Angst vor einem Rückschlag angesichts der nicht enden wollenden Schuldenkrise: Das Ifo-Geschäftsklima trübte sich im Mai erstmals seit Oktober 2011 wieder ein, und das deutlich stärker als erwartet.

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Die Verbraucher schätzten die Konjunkturaussichten dagegen optimistischer ein - offenbar noch unter dem Eindruck des starken ersten Quartals, in dem die deutsche Wirtschaft um kräftige 0,5 Prozent wuchs. „Trotz rezessiver Tendenzen in Europa sowie der steigenden Verunsicherung durch die Schuldenkrise sehen die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft weiter im Aufschwung“, sagte Bürkl. „Auch die Wahlen in Frankreich und Griechenland hatten bisher keine negativen Auswirkungen.“ Der Indikator legte bereits in den dritten Monat in Folge zu, und das gleich um gut elf auf 19,6 Zähler.

Inflation ist ein Unsicherheitsfaktor

Die internationalen Turbulenzen schmälern die Konsumlaune die Bundesbürger bislang nicht. Die Anschaffungsneigung kann im Mai einen Teil ihrer starken Verluste aus dem Vormonat wieder wettmachen. Dieses Barometer liegt nach einem Zuwachs von 4,4 auf 32 Zähler in etwa auf dem Vorjahresniveau. „Vor allem die stetig besser werdende Beschäftigung sorgt bei den Verbrauchern für Planungssicherheit, die gerade für größere Anschaffungen ein wichtiges Kriterium darstellt“, sagte Bürkl.

Historisch niedrige Zinsen veranlassen die Konsumenten eher dazu, werthaltige Anschaffungen zu tätigen, als ihr Geld für Mini-Renditen auf die hohe Kante zu legen.
Einen leichten Dämpfer gab es für die Einkommenserwartungen. Dieser Indikator fiel um einen Punkt auf 32 Zähler. Zwar rechnen die Verbraucher mit steigenden Einkommen. „Ein Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung der Kaufkraft ist und bleibt jedoch die Inflation“, sagte Bürkl. Wegen sinkender Benzinpreise haben die Inflationssorgen zwar etwas abgenommen. Allerdings befürchten viele Verbraucher, dass die Preise künftig stärker steigen könnten als in den vergangenen Jahren.

Quelle:  Reuters
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