Kosten der Energiewende: Inflation fällt trotz höherer Strompreise

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Kosten der Energiewende: Inflation fällt trotz höherer Strompreise

Trotz höherer Strompreise ist die Inflationsrate in Deutschland im Januar deutlich gefallen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 1,7 Prozent mehr. Die Energiewende könnte die Verbraucher dennoch bis zu einer Billion Euro kosten.

Die gestiegenen Energiepreise haben die Inflationsrate im Januar nicht negativ beeinflusst. Die Teuerung betrug nur 1,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2012. Die Inflation liegt damit wieder unter der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht. Im Dezember hatte sie noch diesen Wert erreicht.

Allein der Wegfall der Praxisgebühr für Arztbesuche drückte die Inflationsrate um 0,2 Punkte. Preistreiber waren dagegen erneut Energie und Lebensmittel. Für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher 4,5 Prozent mehr hinblättern. Strom verteuerte sich um 12,1 Prozent, nachdem zahlreiche Versorger ihre Tarife zu Jahresbeginn angehoben hatten. Nach Angaben des des Vergleichsportals Verivox haben 79 Versorger für Februar und März neue Preiserhöhungen von durchschnittlich zwölf Prozent angekündigt. Und damit ist es vermutlich noch nicht getan:

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Die Energiewende in Deutschland könnte nach den Worten von Umweltminister Peter Altmaier im ungünstigsten Fall bis zu eine Billion Euro kosten. Ein zentrales Kostenrisiko seien ungebremste Ausgaben für den Ökostrom, sagte der Minister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Das alles kann dazu führen, dass sich die Kosten der Energiewende und des Umbaus der Energieversorgung bis Ende der 30er Jahre dieses Jahrhunderts auf rund eine Billion Euro summieren könnten", erklärte der Minister. "Wenn wir nichts dagegen tun, werden wir diese Größenordnung erreichen. Mit den Vorschlägen für eine Strompreisbremse ließen sich bis zu 300 Milliarden Euro sparen."

Der Minister verwies zugleich darauf, dass er Ausstoß von klimaschädlichen Gasen im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren wieder gestiegen sei. "Darauf deuten die vorläufigen Zahlen hin", sagte Altmaier. Er äußerte sich darüber "außerordentlich stark beunruhigt" darüber, dass auch weltweit der CO2-Ausstoß in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sei. Besorgniserregend sei ferner, dass in Deutschland wieder mehr Kohle zur Stromgewinnung eingesetzt wird. "Das kann uns nicht gleichgültig sein, weil es die Erfüllung unserer Klimaziele gefährdet", sagte Altmaier.

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Im Januar war bekanntgeworden, dass Kohlekraftwerke 2012 einen größeren Anteil an der deutschen Stromproduktion lieferten. Die Entwicklung wird durch gesunkene Preise für Kohlendioxid-Verschmutzungsrechte begünstigt. Der Umweltminister äußerte sich "ziemlich sicher", dass er mit seinem Kollegen Philipp Rösler im Wirtschaftsressort auch eine Einigung im Streit über eine Reform des Emissionshandel finden wird. "Wir werden zeigen, dass diese Bundesregierung international handlungsfähig ist", erklärte er.

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