Bild: dpaFederal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.
Bild: REUTERSBank of England
230 Milliarden Euro gab Mervyn King, Chef der Bank of England, bisher für den Kauf von Wertpapieren aus. Die Notenbank holte sich sowohl Staats- und Unternehmensanleihen als auch Geldmarktpapiere ins Portfolio. Kritik gab es kaum, obwohl die Inflation im Vereinigten Königreich bei 5,0 Prozent liegt. Die Notenbank hatte wegen der sich eintrübenden Wachstumsaussichten einen Zinssenkungszyklus gestartet, diesen wegen des zunehmenden Preisdrucks aber unterbrochen. Der Leitzins steht gegenwärtig bei 0,5 Prozent.
Bild: REUTERSBank of Japan
Vor zehn Jahren hat Nippons Notenbank die Quantitative Lockerung erfunden. Unter dem Eindruck einer tiefen Krise versuchte sie als erste Notenbank bei einem Zinssatz nahe null durch Anleihekäufe die Wirtschaft zusätzlich zu stimulieren. Inzwischen hat sie weitere Programme nachgelegt. Derzeit flutet sie regulär jährlich die japanische Volkswirtschaft mit 194 Milliarden Euro durch den Kauf von Staatsanleihen. Zusätzlich hat sie ein weiteres Programm zuletzt von 450 auf 495 Milliarden Euro erhöht. Inflationsrisiken gibt es in Japan keine.
Bild: dpaSchweizer Notenbank
Auf 1,20 Franken zum Euro wollen die Eidgenossen seit September dieses Jahres den Wechselkurs ihrer Währung stabilisieren und kündigten an, dies mit aller Konsequenz durchzusetzen. Sie sind dafür bereit, uneingeschränkt Devisen zu kaufen. Ohne die Stützungskäufe würde der Franken aufwerten und die Wirtschaft in die Rezession treiben. Grundsätzlich ist die Feuerkraft einer Notenbank unbegrenzt. Dennoch bezweifeln Ökonomen, ob es der Schweiz bei einer weiteren Eskalation der Euro-Krise gelingt, den Wechselkurs wirksam zu verteidigen.
Federal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.
Als der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke am Mittwochabend hiesiger das Sitzungsprotokoll für die jüngste Zinssitzung im Juni veröffentlichte, reagierten die Märkte enttäuscht. An der Börse hatten sich die Marktteilnehmer deutlichere Signale für eine weitere Lockerung der Geldpolitik erhofft, weil die US-Konjunktur nicht so recht in Schwung kommen will. Dabei schielten die Beobachter weniger auf eine Leitzinssenkung, als weitere großvolumige Anleihenkäufe durch die Notenbank.
Eine solche Maßnahme stellt die US-Notenbank Federal Reserve, kurz Fed genannt, allerdings nur für den Fall einer weiteren Eintrübung der Konjunktur in Aussicht. „Wir würden sicherlich auch weitere Staatsanleihen-Käufe in Erwägung ziehen, wenn die Wirtschaft einer weiteren Stärkung bedarf“, hatte Notenbankchef Bernanke bereits im Juni erklärt. Der Leitzins bleibt jedenfalls wie schon seit Dezember 2008 bei niedrigen 0,25 Prozent. Vergleichbar handelte auch die Bank of England, die an ihrem seit Februar 2009 gültigen Niedrigzins von 0,5 Prozent auf ihrer jüngsten Sitzung festhielt.
Derweil hat sich die Situation der Europäischen Zentralbank (EZB) zwischenzeitlich wieder verschärft, vorrangig durch die Bankenkrise in Spanien. Sie senkte ihren Leitzins am 5. Juli von 1,00 auf 0,75 Prozent. Es ist der niedrigste Stand seit dem Start der EZB 1998 und bereits die dritte Zinssenkung in der Amtszeit von Notenbankchef Mario Draghi, der im November 2011 die Nachfolge von Jean-Claude Trichet antrat. Der hatte aus Sorge um ein Anziehen der Inflation im Euroraum die Zinsen 2011 zweimal moderat angehoben.
Die Maßnahmen mögen zwar vorübergehend für Entspannung sorgen, die Euro-Schuldenkrise lösen sie indes nicht. Inzwischen werden Stimmen lauter, die die Leitzinssenkungen zur Krisenbekämpfung in den USA und Euro-Zone lediglich für psychologisch wichtig halten. Der Effekt auf die Investitionstätigkeit ist auf dem ohnehin schon niedrigen Niveau eher gering, den kriselnden Banken helfen Aufkäufe kritischer Staatsanleihen eher weiter. „Einen nennenswerten konjunkturellen Effekt wird diese Zinssenkung von ‚nahe Null‘ auf ‚noch näher Null‘ nicht haben“, sagte etwa Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon.
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