Lanxess-Chef Axel Heitmann: "Wir werden keine Preise senken"

InterviewLanxess-Chef Axel Heitmann: "Wir werden keine Preise senken"

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Axel Heitmann

von Reinhold Böhmer

Axel Heitmann, Chef des Chemiekonzerns Lanxess, sieht einem möglichen Abschwung entspannt entgegen. Er hat aus der letzten Krise gelernt.

WirtschaftsWoche: Herr Heitmann: Die Chemie gilt als Frühindikator der Konjunktur. Wie können Sie  von den Abschwächungstendenzen verschont bleiben?

Heitmann: Da gibt es mehrere Faktoren. Zu den wichtigsten zählt, dass wir uns auf technologie- und innovationsgetriebene Premiumprodukte konzentriert haben, die weltweit die großen Wachstumsmotoren sind. Denken Sie doch mit Blick auf den Megatrend Mobilität an unsere Produkte für neue treibstoffsparende Reifen. Es ist kein Zufall, dass wir inzwischen ein Drittel unserer Geschäfte in den wachstumsstarken Märkten wie Brasilien, Indien und China erzielen, in denen die Bedeutung von Mobilität besonders stark zunimmt.

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Der leichte Rückgang in China ist doch aber nicht zu übersehen.

China will sein Wachstum von 13 auf knapp zehn Prozent einpendeln. Zehn Prozent Wirtschaftswachstum in China ist eine wichtige Wachstumskomponente für Lanxess – und die Weltwirtschaft.

Was aber, wenn die Preise für Ihre Produkte wegen schwächerer Nachfrage sinken?

Wir werden nie mit den Preisen heruntergehen, um die Nachfrage nach unseren Produkten anzufachen. Stattdessen werden wir unsere Anlagen - wenn nötig herunterfahren...

... und damit auch den Gewinn.

Nicht in dem Maße wie früher. Wir haben in der Krise 2008 unsere Fixkosten und die Flexibilität unserer Anlagen deutlich gesteigert. Das verleiht uns die Kraft, bei eventuellen Nachfrageschwankungen unsere Fixkosten schnell anpassen und gleichzeitig unsere Preise festsetzen zu können

Welche Auswirkungen hat die Flexibilisierung der Fixkosten auf die Marge, wenn die Nachfrage 2012 zurückgehen sollte?

Unsere Marge ist selbst im Krisenjahr nur minimal gefallen. Das zeigt, dass wir in der Lage sind, die Gewinnschwelle durch flexibles Anlagenmanagement schnell zu senken, wenn dies erforderlich würde.

Was machen Sie, wenn die Finanzkrise neu aufflammt und die Kredite nicht mehr fließen?

Wir und übrigens auch die anderen Unternehmen unserer Branche haben eine stark verbesserte Bilanzstruktur. Sie ist gegenüber dem Krisenjahr 2008 zeitlich und qualitativ  viel diversifizierter. Wir haben mehrere Anleihen zu guten Konditionen emittiert und sind dadurch sehr langfristig finanziert. Zum Beispiel haben wir rechtzeitig im Juni dieses Jahres, bevor die Bondmärkte schlossen, erfolgreich eine Benchmark-Anleihe mit einer Laufzeit bis 2018 emittiert.

Wie lange könnten Sie sich mit Ihren vorhandenen Aufträgen über Wasser halten?

Generell reichen unsere Aufträge sechs Wochen in die Zukunft. Bei den Produkten für energiesparende Reifen laufen unsere Produktionsanlagen seit 2010 auf vollen Touren.

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