Leitzinsen: EZB deutet wegen Inflation Zinserhöhung für Juli an

Leitzinsen: EZB deutet wegen Inflation Zinserhöhung für Juli an

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Die Euro-Skulptur steht vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt/Main. Heute entscheidet die EZB über Zinsen.

Der europäischen Zentralbank macht die hohe Inflation im Euro-Raum Sorgen: Heute hat EZB-Chef Claude Trichet eine Zinserhöhung für Juli ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Fürs erste beließen die Währunghüter aber den Leitzins bei vier Prozent - obwohl sich das Notenbank-Gremium nicht einig war.

„Für Juli schließen wir eine Zinserhöhung nicht aus“, sagte Trichet heute in Frankfurt nach einer Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB). Damit wollen die Währungshüter die rekordhohe Inflation dämpfen.

Zuvor hatte der Rat entschieden, den Leitzins für die Euro-Zone vorerst bei vier Prozent zu belassen. Er steht seit genau einem Jahr auf diesem Niveau. „Wir sind in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft“, sagte der Notenbankchef. Trichet räumte ein, dass sich die 21 Ratsmitglieder nicht einig gewesen seien. „Einige glaubten, eine Zinserhöhung sei angebracht, aber erst später. Andere glaubten, dies sei nicht der Fall“, sagte Trichet. „Wir hatten keine einhellige Meinungen heute.“

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Trichet: Inflationsgefahr hat massiv zugenommen

Letztlich habe der Rat dann aber doch im Konsens entschieden. Die Inflationsgefahr habe durch die rasanten Preisanstiege bei Energie und Nahrungsmitteln massiv zugenommen. Es sei aber die Pflicht der EZB, auf mittlere Sicht stabile Preise zu gewährleisten. Die Notenbank werde entsprechend handeln, kündigte Trichet an: „Wir erwarten, dass wir in 18 Monaten bis zwei Jahren wieder mit dem Ziel der Preisstabilität in Einklang sind“.

Trichets deutliche Worte werden von den Prognosen der EZB-Volkswirte untermauert. Diese erwarten in diesem Jahr eine Teuerungsrate von 3,4 Prozent in der Währungsunion. Im März waren sie noch von 2,9 Prozent ausgegangen. Die EZB sieht mittelfristig nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent Preisstabilität gewährleistet. Auch 2009 dürfte dieses Ziel mit 2,4 Prozent verfehlt werden.

Überraschung über Trichets deutliche Worte

Analysten zeigten sich davon überzeugt, dass die Zentralbank ab dem Sommer ernst machen könnte mit dem Kampf gegen die Inflation. „Ich schließe deshalb nicht aus, dass sie in einer der nächsten Sitzungen die Leitzinsen erhöht. Ein Zinsschritt wäre auch eine Frage der Glaubwürdigkeit für die Zentralbank“, sagte etwa Uwe Angenendt von der BHF Bank.

Norbert Braems von Sal. Oppenheim sagte: „Ich war überrascht, dass sich Trichet so deutlich ausdrückt. Die Passage zur Alarmbereitschaft zeigt, dass die EZB sehr besorgt ist. Das ist ein Signalwort, dass eine Zinserhöhung bevorsteht.“ Wenn das Wachstums nicht deutlich nachlasse, dann komme im Juli die Zinserhöhung.

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