
BerlinDie Geschäfte der Dienstleister in den Euro-Ländern schrumpfen nicht mehr ganz so stark. Der Einkaufsmanagerindex stieg im Juli um 0,8 auf 47,9 Punkte, teilte das Markit-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 1.500 Unternehmen mit. Trotzdem verharrte das Barometer den sechsten Monat in Folge unter der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.
Die Chance für eine Trendwende stehen schlecht. "Infolge der anhaltenden Verunsicherung der privaten Haushalte und der Geschäftskunden gleichermaßen mussten die Dienstleister die höchsten Auftragsverluste seit drei Jahren hinnehmen", schrieben die Forscher. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftsaussichten deshalb so pessimistisch wie seit März 2009 nicht mehr. Sie bauten den siebten Monat in Folge Stellen ab.
Auch die Geschäfte der Industrie schrumpfen seit Monaten. Der Composite-Index - der Dienstleister und Industrie zusammenfasst - blieb trotz eines Minianstiegs um 0,1 auf 46,5 Punkte weit unter der Wachstumsmarke. "Dass Italien und Spanien den Tiefpunkt der Rezession wohl hinter sich haben, ist wenigstens ein kleiner Trost", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.
Auch das zweite mäßige Wachstum Irlands in Folge nähre die Hoffnung, dass den Peripherieländern eine Trendwende gelingen könne. Sorge bereite aber Deutschland, wo der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft auf ein Drei-Jahres-Tief fiel. "Sollte Deutschland in der Rezession versinken, würde dies bedeuten, dass sich auch die Schwergewichtsländer kollektiv gegenseitig in den Abwärtsstrudel ziehen können", sagte Williamson.











