Mehr Vollzeit, aber weniger Jobs: Durchwachsener Arbeitsmarkt

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Mehr Vollzeit, aber weniger Jobs: Durchwachsener Arbeitsmarkt

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Mit Spannung werden die Arbeitslosenzahlen für Juli erwartet, die die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag bekanntgibt

Mehr als eine halbe Millionen "regulärer" Jobs wurden 2011 neu geschaffen. Dafür sinkt derzeit die Zahl der offenen Stellen auf den niedrigsten Stand seit gut einem Jahr. Ein mittelmäßiger Ausblick.

Dank des Booms auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind im vergangenen Jahr 610.000 zusätzliche reguläre Jobs entstanden. Ihre Zahl stieg damit 2011 deutlich schneller als die der „atypischen“ Beschäftigungsverhältnisse, die nur um 80.000 zulegten, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Dafür ging die Zahl der offenen Stellen in Deutschland zurück.

Die Zahl der „atypisch“ Beschäftigten erreichte mit 7,92 Millionen Menschen einen neuen Rekordwert. Ihr Anteil an sämtlichen Erwerbstätigen betrug 22,1 Prozent. Vor allem Frauen (5,6 Millionen) arbeiten in Teilzeit, befristet oder in Leiharbeitsjobs.

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Die regulären Jobs sind allerdings nicht unbedingt Vollzeitstellen. 23,67 Millionen Menschen und damit 66 Prozent aller Erwerbstätigen hatten laut Statistik einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Job mit mindestens 21 Wochenstunden und waren nicht an ein anderes Unternehmen ausgeliehen. Ihre Zahl erreichte noch nicht wieder den Wert von 2001, als 23,74 Millionen reguläre Jobs gezählt worden waren. Auszubildende sind dabei nicht berücksichtigt.

Nach den rot-grünen Arbeitsmarktreformen der „Agenda 2010“ war die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse bis 2005 zunächst kontinuierlich gesunken. Seit 2006 beobachten die Statistiker im Schnitt wieder einen Anstieg, der 2011 besonders kräftig ausgefallen sei. Der Anteil der Norm-Jobber von rund zwei Dritteln aller Erwerbstätigen ist seit Jahren relativ stabil. 11,7 Prozent aller Erwerbstätigen waren 2011 Selbstständige oder mithelfende Familienangehörige.

Zunahme der Arbeitslosenzahl im Juli erwartet

Angesichts der Konjunkturrisiken werden die Arbeitgeber in Deutschland aber zurückhaltender mit Neueinstellungen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei im Juli saisonbereinigt erneut gesunken, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag mit. „Angesichts moderater Konjunkturerwartungen zeigen sich die Unternehmen vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angeht“, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mit. „Insgesamt liegt die Kräftenachfrage aber nach wie vor auf hohem Niveau.“

Der von der BA veröffentlichte Stellenindex BA-X war im Juli um zwei Zähler auf 162 Punkte zurückgegangen - zum Jahreswechsel hatte er noch bei 179 gelegen. Doch im Vergleich zum Juli 2011 ergebe der erneute Rückgang nur ein Minus von vier Punkten, betonte die Bundesbehörde.

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„Zum hohen Kräftebedarf trägt weiterhin das Beschäftigungsplus der letzten Jahre bei, das mit mehr offenen Stellen einhergeht“, erläuterte die BA. Außerdem gelänge es den Betrieben nicht immer, freie Stellen schnell wieder zu besetzen - das schlage sich ebenso in der Statistik nieder wie der Fakt, dass immer mehr Unternehmen bei ihrer Suche die Arbeitsagenturen einschalteten.

Wie viele Erwerbslose es in Deutschland aktuell gibt, wird die BA am Dienstag bekanntgeben. Im Mai und im Juni war die registrierte Arbeitslosigkeit nicht so stark gesunken wie für die Jahreszeit üblich.

Im Juli steigen die Arbeitslosenzahlen traditionell ohnehin, weil Arbeitgeber mit Neueinstellungen das Ende der Sommerferien abwarten und viele junge Leute sich zwischen Schulabschluss und Beginn einer Ausbildung arbeitslos melden. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre nahm die Arbeitslosenzahl im Juli um jeweils 45.700 zu. Das würde für diesen Juli einen Anstieg auf 2,85 Millionen Arbeitslose bedeuten. Saisonbereinigt erwarten Banken-Volkswirte eine Zunahme um 10.000 Erwerbslose. Das wäre der vierte saisonbereinigte Anstieg in Folge.

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